Thailand - Buddhismus
Der Buddhismus ist in großen Teilen der Welt eine sehr tolerante Religion oder besser gesagt Weltanschauung. Er führt zurück auf den historischen Buddha Siddharta Gautama, er lebte etwa im 6 - 5 Jahrhundert vor Christus in Nordindien. Im Alter von 35 J. erlangte Siddharta die Erleuchtung. Der Erleuchtete, was übersetzt -Buddha- heißt. Siddharta wählte den so genannten mittleren Weg. Dieses wurde historisch belegt.
Buddhistische Grundlagen
Die Erfahrung der Vergänglichkeit ist der wesentliche Impuls für buddhistisches Denken und Praxis. Der Mensch aber möchte die Dingwelt, vor allem sich selbst, seine eigene Würde und Wichtigkeit festhalten. An diesem Widerspruch scheitert er und das verursacht die Frustration am Dasein angesichts des Vergehens, des Entstehens (Geburt) und Sterbens. Dieses Leiden an der Vergänglichkeit bedeutet aber nicht Sinnlosigkeit des Lebens, wenn man zur rechten Einsicht gelangt, die den transzendentalen Sinn des Lebens mit, in und unter der Vergänglichkeit erfahrbar macht. Um zu dieser Einsicht zu gelangen, nimmt der Buddhist - Zuflucht - bei Buddha der Lehre (Dharma) und der Gemeinschaft derer, die sich bewusst auf den Weg zur Verwirklichung authentischen Menschseins begeben haben (saringha) wobei die Zuflucht zur Lehre die entscheidende ist, denn nur durch ihre Praxis, die persönliche Reifung und Transformation ermöglicht, kann der Mensch zur Buddhaschaft d.h. zu seiner Wesensbestimmung, erwachen.
Diese Zuflucht muss begründet sein, denn innere Überzeugungen erwachsen aus Vernunft begründeten Einsichten. Deshalb lehnt der Buddhist blinden Glauben ab. Bereits der Buddha forderte seine Schüler auf, nur das zu akzeptieren, was der mitdenkenden Vernunft einleuchtet und durch eigene Erfahrung erhärtet ist.
Eigene Erfahrung allerdings kann man nur machen, wenn man dem gewiesenen Weg folgt, denn jede tiefe geistige Erfahrung ist Resultat eines Prozesses, der von erkennbaren Bedingungen abhängt. Wir alle stehen vor der notwendigen Aufgabe, uns mit guten inneren Einstellungen vertraut zu machen und diese Einstellungen einzuüben, aber unser Gewöhnt sein an schlechte Emotionen, wie Hass hindert uns daran.
Deshalb müssen wir die verschiedenen Formen der Leidverursachenden Emotionen erkennen und lernen, sie auf der Stelle zu kontrollieren. Gewöhnt man sich allmählich daran, schlechte innere Einstellungen zu kontrollieren, wird selbst jemand, der früher sehr schnell ärgerlich wurde, nach jahrelanger Übung ruhig reagieren. Viele Leute Fürchten, ihre Unabhängigkeit zu verlieren, wenn sie ihrem Bewusstsein nicht freien Lauf lassen können, wenn sie sich also unter Kontrolle bringen sollen. Das ist keineswegs so. Verlaufen die Bewusstseinsaktivitäten nämlich in rechten Bahnen, so hat man bereits Unabhängigkeit, gehen sie aber in die falsche Richtung, muss man sie kontrollieren lernen.
Die Vier Edlen Wahrheiten
Wurzel des buddhistischen Denkens sind die Vier Edlen Wahrheiten - das wirkliche Leiden, seine Ursache, seine Beendigung und der dafür beschreitende Weg. Die Vier Wahrheiten gliedern sich in zwei Gruppen von Ursache und Wirkung: die leiden und ihre Quellen: Beendigung des Leidens und den Weg dazu. (Leiden ist wie eine Krankheit) Die äußeren und inneren Bedingungen, die jene Krankheit hervorbringen, sind die Ursache des Leidens. Der Heilungsprozess ist die Beendigung des Leidens und seiner Ursache. Die Heilmethode ( Medizin ) ist der wahre Weg. Am Anfang muss man die Krankheit erkennen und als solche bestimmen.
Das ist die erste der Vier Edlen Wahrheiten. Zweitens ist es notwendig, die Ursache der Krankheit zu erkennen, damit man die richtige - Medizin - einnehmen kann. Deshalb ist die zweite Edle Wahrheit die Frage nach der Ursache oder Quellen des Leidens. Nun ist es aber ungenügend, bei der Benennung der Ursache stehen zu bleiben, sondern man muss vielmehr ergründen, ob es möglich ist, die Krankheit zu heilen.
Das Wissen um die Möglichkeit der Heilung ist vergleichbar mit der dritten Ebene der wirklichen Überwindung des Leidens und seiner Ursache. Damit ist das unerwünschte Leiden erkannt, und seine Ursachen sind bestimmt, Hat man einmal verstanden, dass die Krankheit heilbar ist, kann man -Medizin - als Mittel zur Beseitigung der Krankheit nehmen. In gleicher Weise soll man den geistigen Weg zutrauen, dass er zur Freiheit vom Leiden führen kann. Zu beginn ist es von höchster Bedeutung, das Leiden als solches zu erkennen.
Die zweite Form, das Leiden des Wandels, ist das, was wir oberflächlich als Vergnügen empfinden, das aber, schauen wir genauer hin, in Wahrheit Leiden ist. Nehmen wir an, was wir normalerweise als Vergnügen betrachten, wir kaufen ein neues Auto. Solange es neu ist, empfinden wir Glück, sind zufrieden und angetan. Benutzen wir es aber einige Zeit, tauchen Probleme auf. Wäre das Auto in sich selbst eine vergnügliche Sache, müsste das Vergnügen mit zu nämlichem Gebrauch der Ursache dieses Vergnügens - des Autos also - wachsen. Aber dem ist nicht so, Je mehr wir das Auto benutzen, desto größere Schwierigkeiten verursacht es. Deshalb nennt man einen solchen Fall Leiden des Wandels, denn durch Veränderung wird die Natur dieser Form des Leidens offenbar.
Die dritte Form des Leidens ist Grundlage für die anderen beiden, was durch unsere eigenen verunreinigten geistigen und physischen Bedingungen illustriert wird. Es wird als Leiden der allbestimmenden Verursachung von Wiedergeburt bezeichnet, da alle Wesen, die im Kreislauf der Geburten wandern, von ihm betroffen sind, und da es der Grund nicht nur für Gegenwärtiges Leiden, sondern auch für zukünftiges ist. Es gibt keine Möglichkeit, in dieser Form des Leidens zu entgehen, es sei denn dass, das Kontinuum der Wiedergeburten aufgelöst wird. Dies sind die drei Formen des Leidens, die man zuerst erkennen muss. Was sind die Ursachen des Leidens?
Auf Grund welcher Zustände entsteht Leiden? Es gibt zwei Ursachen: (1) Karma und (2) die Leid verursachenden Emotionen; diese beziehen sich auf die Vier Edlen Wahrheiten, auf die wahren Ursachen des Leidens. Karma oder Handeln betrifft die verunreinigten körperlichen, sprachlichen und geistigen Handlungen. Im Blick auf ihre Wesen oder ihrer Natur gibt es drei Arten von Handlungen: tugendhafte, lasterhafte und neutrale. Tugendhaft sind Handlungen dann, wenn sie erfreuliche oder gute Wirkungen haben. Lasterhaft sind sie, wenn sie schmerzverursachende oder schlechte Wirkungen zeitigen.
Es ist offenkundig, dass unsere guten und inneren Einstellungen und die schlechten inneren Einstellungen einander ausschließen, So können etwa in derselben Person Liebe und Ärger nicht gleichzeitig entstehen. Ist man wegen einer Sache ärgerlich, kann man nicht gleichzeitig und in bezog auf dieselbe Sache Liebe empfinden und ähnlich, wenn man etwas liebt, kann man nicht gleichzeitig hinsichtlich desselben Objekt Ärger empfinden.
Dies bedeutet, dass beide Bewusstseinszustände einander ausschließen. Demzufolge muss eine Art der inneren Einstellung umso schwächer werden, je mehr man die andere einübt und pflegt. Aus diesem Grund verschwindet die schlechte Seite automatisch, wenn man heilende Hinwendung und Liebe übt. Damit ist bewiesen, dass die Ursachen des Leidens schrittweise beseitigt werden können. Die völlige Ausschaltung der Ursachen bedeutet das Ende des Leidens. Das ist die endgültige Befreiung - wirklicher, ewiger Friede, Heil. Es ist die dritte der Vier Edlen Wahrheiten. Auf welchen weg muss; man sich begeben, um das Leid überwinden zu können?
Da das Übel hauptsächlich vom Bewusstsein kommt, müssen die Mittel zur Überwindung des Übels in den betreffenden Bewusstseinzuständen gesucht werden.
Man muss die wirklichen Existenzbedingungen aller Erscheinungen erkennen, am wichtigsten ist es aber, die letztgültige Wirklichkeit des Geistes zu erfassen. Zuerst muss man dabei erneut die Natur des Geistes, so wie sie ist, auf völlig nicht - dualistische Weise direkt erfahren. Dies wird als Weg des Sehens bezeichnet. Dann, im nächsten Schritt, soll man mit dieser Einsicht vertraut werden und sich darin üben. Dies wird als Weg der Meditation bezeichnet. Noch vor diesen zwei Stadien muss man eine dualistische meditative Stabilisierung üben und erreichen, die durch Vereinigung vom stetigen Ruhen des Bewusstseins in einem Punkt und besonders tiefer Einsicht entsteht.
Dies sind die Ebenen des Weges, die vierte Edle Wahrheit, die zur Verwirklichung der dritten Edlen Wahrheit erforderlich sind. Diese Beendigungen des Leidens sind Stadien, in denen der Inhalt der ersten beiden Edlen Wahrheiten - Leiden und seine Ursachen - nicht mehr existiert.
Die vier Wahrheiten sind die Grundstrucktur Buddhistischen Denkens und Buddhistischer Praxis.
Quellen: aus thailändischen Magazinen und Büchern. Buddhistische Lehre aus deutscher Literatur über Meditation und Buddhismus. Aus den Lehren des tibetischen Buddhismus. Lehren aus dem Theravada Buddhismus. Das Buddhistische Haus, Meditations- Kurse. Theravada Buddhismuslehre. Buddhistischem Haus in Berlin Frohnau, Edelhofdamm 54, D-13465 Berlin. Tel.: 030-401 5580


by Joey