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Einmal im Jahr werden die circa 2.500 Einwohner des kleinen Ortes Solferino in der norditalienischen Provinz Mantua in der Lombardei Augenzeuge eines ganz besonderen Ereignisses. Dann erhlält der Ort nämlich Besuch von seiner eigenen Geschichte. Bekannt geworden ist der Ort vor allem durch die Schlacht von Solferino. Sie war die eine der blutigsten Schlachten der Geschichte. Über 180.000 Soldaten standen sich gegenüber. Im Verlauf der Schlacht starben auf beiden Seiten etwa 6.000 Soldaten, 30.000 bis 40.000 wurden verwundet und noch etwa die gleiche Anzahl erkrankte danach aufgrund der katatrophalen Versorgungslage. Im Anschluss an die Schlacht organisierte ein Schweizer Geschäftsmann mit Hilfe der Einwohnerinnen des Ortes und der Nachbarorte (insbesondere des Ortes Castiglione delle Stiviere) Hilfe für die Verwundeten. Aus dieser Hilfe wurde die Idee des Roten Kreuzes geboren.

Dieser Schlacht bzw. deren Folgen gedenken jedes Jahr mehrere tausend Rotkreuzler aus aller Welt. Immer in der Woche, die vor dem 24. Juni beginnt beginnen die Veranstaltungen. Rotkreuzler aus aller Welt treffen sich zu einem riesigen Zeltlager. Die Veranstaltung gipfelt dann am Samstag in einem riesigen Fackelzug, der an den Transport der Verletzten und die unterschiedslose Hilfe durch die ersten Rotkreuzler erinnert, die sich damals vermutlich ihrer Rolle in der Weltgeschichte noch nicht bewusst waren. Dieses Jahr jährte sich die Schlacht von Solferino zum 150. Mal. Daher war die Veranstaltung dieses Jahr noch besonderer, als die letzten Jahre.

Eindrücke aus Solferino

Drei Buchstaben beherrschten diesen Ort in den vergangenen Tagen: C.R.I. - Croce Rossa Italiana - Italienisches Rotes Kreuz. Wohin man auch sieht in diesem Ort, der sich stolz bereits auf dem Ortsschild als Geburtsort der Rotkreuz-Idee outet, sieht man Auto auf denen irgendwo das Rote Kreuz klebt. Die meisten davon gehören natürlich dem italienischen Roten Kreuz, aber auch Autos des Östereichischen Roten Kreuzes und DRK sind häufig vertreten. An jedem zweiten Haus hängen italienische Fahnen und Rotkreuz-Fahnen. Die Menschen sind stolz auf die Bedeutung ihres Ortes für die Rotkreuzgeschichte. Das Rotkreuzmuseum in Castiligione und das Museum zur Schlacht von Solferino in Solferino machen Sonderschichten, damit die in die Stadt eingefallenen Rotkreuzler alle einen Einblick in die Ausstellungen  erhalten. Und natürlich um jede Menge Souveniers an den Mann/die Frau zu bringen.

Das Camp

Wenn man weiter in den Ort fährt gelangt man irgendwann zu einem Acker, auf dem die Rotkreuzler vor Ort eine komplette Zeltstadt errichtet.

Der “Humanitarian Boulevard” ist Ausgangspunk für alle möglichen Aktionen und Ausstellungen. Hier präsentieren sich verschiedene Aktionen und nationale Rotkreuzgesellschaften, aber auch Ausrüster und Sponsoren den Camp-Bewohnern aus aller Welt. Hinter dem “Humanitarian Boulevard” sind verschiedene Versorgungseinrichtungen aufgebaut.

Über eine keine Treppe gelangt man auf einen etwas höher gelegenen Acker. Dort befinden sich die Wohnbereiche. Sie sind in sieben “Stadtteile” aufgeteilt - benannt nach den sieben Rotkreuz-Grundsätzen (Humanity - Menschlichkeit, Impartiality - Unparteilichkeit, Neutrality - Neutralität, Independence - Unabhängigkeit, Voluntary Service - Freiwilligkeit, Unity - Einheit, Universality - Univeralität).

Auch die Kantine und weitere Versorgungseinrichtungen findet man hier. Außerdem umfasst das Camp noch ein Krankenhaus. Also quasi eine komplette Stadt. Und all das ist auch nötig. In dem Camp wohnen über das Wochenende, die Zeit, in der es am stärksten ausgelastet ist 3.500 Menschen aus aller Welt.

Personen und Momente

Erst hier wird einem die Größe unserer Organisation so richtig beswusst. Rotkreuzler aus den folgenden Ländern getroffen: Italien, Deutschland, Östereich, Ungarn, Usbekistan, Kasastan, Schweiz, Frankreich, Spanien, Belgien, Sudan, Ägypten, Äthiopien, USA, Großbritannien, Island, Japan, Korea, Dänemark, Serbien, Palästina und Israel.

Besonders beeindruckend waren die Begegnungen von Menschen zu beobachten, die einen anderen kulturellen Hintergrund hatten, eine unterschiedliche Sprache hatten und sich trotzdem verstanden haben.

Sie wollen das auch erleben?

Dann sollten sie ihren nächsten Sommerurlaub am Gardasee vielleicht mal um den 24. Juni herum planen und einen  Blick auf die Veranstaltung werfen.

Ich würde jederzeit wieder nach Solferino fahren.



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