Gedichte
Hin und wieder, wenn mir so ist, muß ich schreiben.
Manchmal liegen zwei, drei Jahre dazwischen, manchmal schreibe ich eine Woche lang jeden Tag ein Gedicht.
Hier möchte ich eines meiner liebsten vorstellen. Dieses habe ich für meinen Mann geschrieben.
Steiniger Weg
Heute morgen
gegen halb vier
schlich die
Liebe leise zu mir.
Sie legte sich
ganz sanft aufs Kissen.
Siehst du mich?
Kann man es wissen...
Sie sprach ganz
leise in mein Ohr:
„Mein Engel,
wir haben noch viel vor.
Verschwende die
Zeit nicht mit weinen,
nimm dir die
Zeit nur noch zum träumen!“
Träum mich
zurück in dieses Land
das ich vor
Jahren mal gekannt.
Es war noch
unberührter Boden,
über den
die nackten Engel flogen.
Sie setzten
sich auf einen großen Stein,
erklärten
mir: Das wird auf Jahre deiner sein.
Du wirst ihn
lange tragen müssen,
am Ende des
Weges wirst du es wissen.
Ich trug den
Stein viele Jahre nun,
und hatte
nichts anderes zu tun,
als mir alle
Sorgen aufzulasten,
die andere
Menschen für mich verfassten.
Nicht einer war
je stark genug
das er einen
Teil des Weges diesen Stein mit mir trug.
Am Neuanfang
des alten Weges treffen sich immer zwei.
Ich erkenne;
dieses mal sind wir dabei.
Wir gehn
gemeinsam ins unberührte Land,
wo ich vor
Jahren Stein und Engel fand.
An deiner Hand
wird der Weg mir leicht.
Der Stein
zerspringt, als du mit deiner Hand darüber streichst.
Dörte Bleul,
05.08.2008