Angst und Panik
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Wichtig ist - der Erfahrung nach - erst einmal, dass ihr an zwei Sachen denkt:
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Die Betroffenen "übertreiben" nicht absichtlich, weil für sie Dinge oder Situationen, die für euch vermutlich eher harmlos erscheinen, extreme Ängste (manchmal sogar tatsächlich Todesängste) auslösen. Natürlich übertreibt der Betroffene objektiv gesehen, sonst wäre es ja keine psychische Störung. Das subjektive Empfinden ist aber tatsächlich so heftig, wie es der Betroffene fühlt oder beschreibt.
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Dem Betroffenen kann im Normalfall nichts passieren. Selbst wenn der Betroffene psychosomatische Beschwerden dabei hat, ist es im Normalfall nichts Schlimmes und kann auch keine schlimmen Folgen haben. Als Beispiel mal Atemnot: Viele Betroffene glauben, ersticken zu müssen, was aber bloß an falscher Atmung während eines Panikanfalls liegt, und keine organischen Ursachen hat. Lasst euch also durch diverse Ängste eurer Partner bzw. Angehörigen nicht verunsichern. Viele Betroffene wissen das außerhalb einer Panikattacke auch, aber fühlen es in einer Panikattacke anders. (Natürlich kann immer eine ernstere, körperliche Ursache dahinter stecken, die dann nichts mit der Panik an sich zu tun haben muss; ich spreche hier nur typische psychosomatische Beschwerden an).
Wenn der Betroffene gerade eine Panikattacke hat, oder vor irgendetwas akut Angst bekommt, dann versucht, ruhig und beruhigend auf ihn einzureden, und ihm zu realisieren, dass diese Angst nichts mit der Realität zu tun hat. Ihr solltet allerdings hinter dem, was ihr sagt, auch stehen - Ich persönlich finde es hilfreich, wenn Angehörige ein wenig über Angststörungen Bescheid wissen, da ich persönlich noch panischer werde, wenn ich merke, dass ein Angehöriger nicht weiß, was mit mir los ist, und selbst denkt, dass ich irgendetwas Schlimmes habe.
Hilfreich kann auch eine lange, feste Umarmung sein, weil körperliche Wärme oft beruhigt.
Vielen Betroffenen hilft Ablenkung. Einfach über irgendetwas Belangloses zu reden, etwas zu spielen, oder zum Beispiel fernzusehen. Ich persönlich sehe, wenn ich eine Panikattacke habe, fast immer fern, weil ich dann das Gefühl habe, nicht so alleine mit mir zu sein und ein Stückchen von der Außenwelt zu sehen.
Sehr hilfreich ist bei einer Panikattacke auch Bewegung, z.B. ein Spaziergang. Da Panik meistens ein Ventil für irgendein unterdrücktes Gefühl ist, ist Bewegung also ebenso ein Ventil, wodurch die Panik abklingen kann.
Was bestimmte Situationen betrifft, ist es am Besten, wenn ihr euch ganz langsam an die für Betroffenen angstvolle Situationen heranwagt. Die Betonung liegt hierbei auf langsam! Es bringt nichts, wenn wenn der Betroffene ständig vor bestimmten Situationen flüchtet, da die Angst durch Vermeidungsverhalten nur größer wird. Gleichzeitig solltet ihr den Betroffenen mit ihm angstmachenden Situationen auch nicht überfordern. Es sollte ein langsames Heranwagen an die Situation erfolgen, und Ängste durchgestanden werden.
Ach ja: Auch Humor kann über die schlimmsten Ängste bei Panikattacken hinweghelfen. Es lebe der Galgenhumor ;-).
(Quelle: Psychologieunterricht/Erfahrungen)
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