SVV (Selbstverletzendes Verhalten) Triggergefahr
Generelles
Selbstverletzendes Verhalten (Abk. "SVV", umgangsspr. "ritzen"), bezeichnet eine autoaggressive, selbstschädigende Verhaltensweise. Diese kann viele Formen annehmen - angefangen von der sehr verbreiteten Form des sich-in-die-Haut-Ritzens/Schneidens bis hin zu subtilen selbstschädigenden Verhaltensweisen, wie z.B. zu kalt gekleidet im Winter ins Freie gehen o.ä.
Die Ursachen für SVV sind vielfältig. Oft fühlen Betroffene sich "lebensunfähig" und haben nie gelernt, konstruktiv mit ihren Emotionen umzugehen. Oft tritt SVV nach traumatischen Erlebnissen wie z.B. sexuellen Missbrauch oder Vernachlässigung auf und geht mit anderen psychischen Problemen einher, wie z.B.:
Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb Betroffene SVV als "Hilfe" heranziehen. Viele Betroffene meinen, durch einen körperlichen Schmerz ihre seelischen Schmerzen übertreffen und somit ausblenden zu können. Andere Betroffene fühlen bei blutenden Wunden eine Erleichterung, da sie das Gefühl haben, "Böses" verließe ihren Körper (man denke an den Aderlass; wohl ungefähr derselbe Gedanke). Aber auch um innerlichen Druck abzubauen kann so ein destruktiver Außenreiz verwendet werden. Zudem kann SVV auch (bewusst oder unbewusst) als eine Form der "Selbstbestrafung" dienen. Entgegen der Annahme, dass SVV die Vorstufe zum Suizid darstellt, wird SVV von vielen Betroffenen sogar oft eher als Überlebensstrategie empfunden - sowie als Methode, zu fühlen, dass man noch am Leben ist.
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