Letzte Aktualisierung: 06.01.12

 

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Multiple Persönlichkeit (DIS)
(insbesondere in Zusammenhang mit Kulterfahrungen)
Triggergefahr

Folgende Infos, welche ich im Rahmen des Abiturs verfasst hatte, können stark triggern und ggf. Programme auslösen! Insbesondere Betroffene sollten den Text NUR bei absolut stabiler Verfassung bzw. im Beisein einer Vertrauensperson lesen. Für eventuelle Folgen des Lesens dieses Textes kann ich keine Haftung übernehmen.
Bitte achtet auf euch.

Generelles

Begriffe, Erläuterungen:

„switchen“
“switchen“ bezeichnet den Personenwechsel innerhalb eines Menschens.

 „MPS“
Multiple Persönlichkeitsstörung

 „DSM-III“
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen)
Dieses Handbuch stammt aus den USA und wird auch in anderen Ländern, wie z.B. Deutschland, als Standard zur Diagnostik von psychischen Krankheiten verwendet. Seit März 2007 existiert bereits die überarbeitete Verson „DSM-IV-TR“.

1.) Dissoziative Störungen

Definition nach DSM-III-R:

„Hauptmerkmal der dissoziativen Störungen ist eine Störung oder Änderung der normalerweise integrativen Funktionen der Identität, des Gedächtnisses oder des Bewusstseins. Die Änderung kann plötzlich oder allmählich auftreten und vorübergehend oder chronisch sein. Wenn sie primär die eigene Identität betrifft, wird die eigentliche Identität zeitweilig vergessen, und eine neue Identität kann angenommen oder aufgedrängt werden (wie bei der multiplen Persönlichkeit).“

2.) MPS Definition und Begriffe

Definition nach DSM-III-R:

„a) Existenz von zwei oder mehr unterschiedlichen Persönlichkeiten oder Persönlichkeitszuständen innerhalb einer Person (jede mit einem eigenen, relativ überdauernden Muster, die Umgebung und sich selbst wahrzunehmen, sich auf sie zu beziehen und sich gedanklich mit ihnen auseinanderzusetzen).b) Mindestens zwei dieser Persönlichkeiten oder Persönlichkeitszustände übernehmen wiederholt die volle Kontrolle über das Verhalten des Individuums.“

Aus dieser Definition wird verdeutlicht, dass a) eine vollständige Dissoziation stattfinden muss, um ein „Eigenleben“ zu entwickeln, und b) ein Unterschied dieser Störung zum „inneren Kind“ liegt, welches nie die volle Kontrolle über einen Menschen übernimmt und somit keine amnestischen Lücken verursacht.

Personen-Arten:

  • „Kinder“ und „Jugendliche“ beiderlei Geschlechts
    Diese Persönlichkeitesanteile können teilweise traumatische Erinnerungen haben (z.B. ein Mädchen den Beginn der traumatisierenden Handlung, ein Junge den Hauptakt der Tat und ein anderes Mädchen die Zeit unmittelbar darauf)
  • „Frauen“
  • „Männer“
  • „BeschützerInnen“ und „Wächterinnen“ und „Beobachterinnen“
    Diese „Personen“ passen auf andere Mitglieder des Systems auf, beobachten dessen Entwicklung und greifen notfalls ein, wenn Gefahr (von außen oder auch von anderen Innenpersonen) droht. Häufig sind Beschützer männlichen Geschlechts.
  • „ZerstörerInnen“, auch „Dunkle“ genannt
    Diese Personen – oft von Tätern bewusst geschaffen – haben das Ziel, das System bzw. den Betroffenen selbst zu gefährden, andere Innenpersonen zu quälen, die Befehle von Tätern ohne Widerstand auszuführen und sich gegen therapeutische Maßnahmen zu wehren.



3.) Diagnostik

Bei folgenden Merkmalen sollte eine MPS in Erwägung gezogen werden:

  • Geschlecht weiblich
  • Alter 20 – 40 Jahre
  • Zeitverlust, Gedächtnislücken (= „blank spells“)
  • Stimmen im Kopf
  • DSM-III-3 Kriterien für Borderline-Persönlichkeit werden (fast) alle erfüllt
  • Vorherige psychotherapeutische Behandlungen brachten keine Besserungen
  • SVV
  • Keine Gedankenstörung
  • Häufige Kopfschmerzen

Auch bei multiplen Kindern und Jugendlichen sind bereits folgende Merkmale zu erkennen:

  • Amnesien
  • Gestörte Selbstwahrnehmung
  • Tranceähnliche Zustände
  • Rasche Stimmungs- und Verhaltenswechsel
  • Verblüffende Wechsel im Zugang zu Wissen, Gedächtnisinhalten und Fähigkeiten
  • Akustische und visuelle Halluzinationen
  • Lebhaft vorgestellte imaginäre Spielgefährten

4.) Entstehungsbedingungen für MPS

Gut dissoziieren können
Dissoziation ist genauso wie Assoziation ein alltäglicher Prozess unserer Psyche.Eine Dissoziationsstörung entsteht dann, wenn verhindert werden muss, dissoziierte (also abgespaltene) Gefühle wieder assoziieren zu können, um die Psyche nicht zu überfordern.Dissoziation ist also als Abwehrmechanismus bzw. Schutzfunktion zu verstehen.

Schwerste Kindheitstraumata
Eine multiple Persönlichkeitsstörung wird nur dann ausgelöst, wenn das Kind im Alter von bis zu 5 Jahren schwersten anhaltenden und lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt war.

Niemand hilft
Nur wenn das Kind ganz auf sich alleine gestellt ist, muss es sich in seiner Verzweiflung selbst helfen, indem es seine Persönlichkeit aufspaltet und einige andere Anteile in ihm bestimmte Lebenssituationen zu bewältigen versuchen.

Nähere Infos

Hilfe Betroffene (Therapie, Anm.)

Hilfe Angehörige

 

 

(vgl.: Huber, Michaela: Multiple Persönlichkeiten - Überlebende extremer Gewalt. Verlag: Fischer.)

 



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