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Zwangsgedanken
Viele Betroffene trauen sich nicht, über ihre quälenden Gedanken zu sprechen, da diese oft für Betroffene fragwürdige/"perverse"/"böse"/peinliche Inhalte besitzen.Wenn ein Betroffener sich dennoch mitteilen sollte, dann mach dir klar, dass seine Gedanken ihn belasten, der Betroffene also den Inhalt des Gedankens selbst gar nicht will bzw. nicht damit übereinstimmt. So kann ein sehr religiöser Mensch z.B. den ihn quälenden Gedanken "Gott ist scheiße." entwickeln, der ihm während eines Gebetes ständig dazwischenfunkt. Versuche, dem Betroffenen zu erklären, dass die Gedanken nicht der Realität entsprechen, und ihm die Realität vor Augen zu führen; z.B. indem du dem Betroffenen sagst, dass er eine liebenswerte Person ist (und es trotz seiner vielleicht "bösen" Gedanken bleibt). Du kannst mit dem Betroffenen die Gedanken auch "verjagen", indem du ihm z.B. vorschlägst, den Gedanken gedanklich in einen Tresor zu sperren und nur ihr habt den Schlüssel dazu o.ä. Oft sind auch gerade Vertrauenspersonen in die Gedanken miteinbezogen (z.B. die abwegige Angst, einen geliebten Mitmenschen beim Anblick eines Messers zu töten). Das macht ein Reden darüber manchmal noch schwieriger.
Zwangshandlungen
Betroffene neigen dazu, auch ihr Umfeld in ihre Zwänge miteinzubeziehen. Selbst wenn z.B. Betroffene eines Kontrollzwanges 20mal nachgesehen haben, ob der Herd auch wirklich abgedreht ist, kann es sein, dass sie daheim anrufen, um z.B. ihren Partner zu fragen, ob der Herd nun auch wirklich abgedreht ist. Als Angehöriger sollte man sich nicht zu sehr auf das System des Betroffenen einlassen, sondern die Normalität im Auge behalten und auch selbst normal weiterleben (wobei ich persönlich denke, dass ansatzweise ein Einlassen auf die Bedürfnisse des Betroffenen durchaus eine Hilfe für den Betroffenen darstellen kann).
Am Effektivsten ist es (meiner Meinung nach), den Betroffenen von den Zwängen abzuhalten und ihm vor Augen zu führen, dass ein Nicht-nachgeben der Zwänge keine negativen Folgen hat, mitunter durch Demonstration. Es kann allerdings passieren, dass der Betroffene sich durch ein abgehalten worden sein seiner Zwänge wütend wird oder enorme Ängste bekommt. Man sollte also darauf achten, wie stabil der Betroffene gerade für Konfrontationen ist und nicht unbedingt gänzlich einen Gegendruck erzeugen. Meiner Ansicht nach hilft jedoch eine gewisse Konsequenz seitens Angehöriger ganz gut, da dies die Konsequenz der Zwänge brechen kann. Das ist jedoch bei jedem Betroffenen wohl individuell. Wenn man also einen Betroffenen von seinem Zwang abhält, wäre es gut, ihn danach auch aufzufangen, falls er in Panik gerät.
Selbst wenn die Zwänge noch so lächerlich und unlogisch erscheinen mögen - für Betroffene sind es Strategien, mit ihrem Leben umzugehen. Man sollte die Ängste, die hinter den Zwängen stecken, also ernst nehmen und den Betroffenen nicht tadeln, sondern ihn vielmehr dazu ermutigen, den Zwängen die Macht zu nehmen.
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