Schutzimpfung - warum?
Mit der
Anschaffung Ihrer Katze haben Sie nicht nur einen verspielten,
verschmusten, aufmerksamen, vielleicht auch eigenwilligen Hausgenossen
erworben, von dem Sie sich zu Recht viel Freude versprechen. Sie haben
zugleich Fürsorgepflicht und damit Verantwortung für ein
schutzbedürftiges, von Ihnen abhängiges Lebewesen übernommen.
Dazu
gehört neben einer artgerechten Haltung, Ernährung und Pflege die
Abwehr von Gefahren durch häufige Infektionskrankheiten, denen Ihre
Katze wenige Wochen nach der Geburt schutzlos ausgesetzt ist.
Eine rechtzeitige Impfung schützt Ihr Tier und gibt Ihnen Sicherheit.
Denn heute gibt es zuverlässige Impfstoffe gegen die meisten der folgenden Infektionskrankheiten der Katze:
- Katzenschnupfen
- Katzenseuche
- Tollwut
- Katzenleukose
- FIP
- FIV (Impfung zzt. nicht möglich!)
Katzenschnupfen
Der
Katzeschnupfen ist eine sehr häufige Erkrankung junger, ungeimpfter
Katzen oder Katzenwelpen, die von einer ungeimpften Mutter stammen.
Aber auch ältere Tiere können erkranken. Der Katzenschnupfen wird im
Wesentlichen durch zwei Viren verursacht:
-
Rhinotracheitis-Virus
-
Calici-Virus
Weitere Erreger können beteiligt sein.
Die
Katze steckt sich entweder an einer kranken Katze an oder an einem
gesundaussehenden Tier, das die Erkrankung überlebt hat und zeitweilig
Viren ausscheidet. So harmlos wie sein Name ist der Katzschnupfen
leider selten. Er beginnt in der Regel mit Niesen, gefolgt von einem
zunächst klaren Nasen- und Augenausfluss, der schnell schleimig und
eitrig wird. Hinzu kommen Fieber, Niedergeschlagenheit und
Appetitlosigkeit.
Die Nasenlöcher verkleben, die kranke Katze atmet
nunmehr durch den Mund, wodurch die Infektion tiefer gelegene
Abschnitte des Atmungsapparates ergreift. Es kommt zur Entzündung der
Luftröhre, der Bronchien und sogar der Lunge. Husten ist die Folge. In
manchen Fällen treten schmerzhafte Geschwüre in der Maulhöhle auf.
Nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, führt Katzenschnupfen nicht
selten zum Tod.
Katzenseuche
Die Katzenseuche oder Panleukopenie ist eine hoch ansteckende
Viruserkrankung. Der Erreger, der von infizierten Katzen hauptsächlich
mit dem Kot ausgeschieden wird, ist extrem widerstandsfähig und
behält seine krankmachenden Eigenschaften unter Umständen über
ein Jahr. Selbst eine ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katze
ist gefährdet.
Auch reine Wohnungskatzen sind gefährdet.
Das Virus wird nämlich nicht nur direkt von kranken
auf gesunde Katzen übertragen,
sondern kann auch indirekt an Schuhen oder der Bekleidung haftend "mit
nach Hause gebracht werden" und zur Ansteckung der Katze führen.
Die Krankheit nimmt besonders bei Jungtieren oft einen rapiden, tödlichen
Verlauf. Ein erster Hinweis sind plötzlicher Appetitmangel und Bewegungsunlust. Jungkatzen
sind oft nicht mehr zu retten.
Mit dem Auftreten von Fieber verschlimmert sich der Zustand sehr schnell. Es
kommt zu Erbrechen und schließlich zu Durchfall mit wässrig-blutigem
Kot. Die Katze verliert dadurch sehr schnell große Mengen Flüssigkeit,
sie leidet unter starkem Durst, ist aber in diesem Zustand bereits zu geschwächt,
um noch selbst zu trinken. Beim ersten Anzeichen von Katzenseuche ist sofortige
tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Leider sind trotz einer Intensivtherapie
vor allem Jungkatzen häufig nicht mehr zu retten.
Impfung schützt Mutter und Kind.
Wenn sich trächtige, ungeimpfte Katzen infizieren, sind auch die Kätzchen
im Mutterleib gefährdet. Es kommt dadurch zu irreparablen Schäden
am Gehirn, Fachleute sprechen hier
von Kätzchen-Ataxiesyndrom.
Tollwut
Die
Tollwut ist für alle Säugetiere - ebenso für den Menschen -
lebensgefährlich. Das Tollwut-Virus wird bei unseren Haustieren fast
ausschließlich durch den Biss infizierter Füchse übertragen. Es greift
das zentrale Nervensystem an und ruft Aggressivität,
Wesensveränderungen und Lähmungserscheinung hervor. Fortschreitende
Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, gefolgt von Krämpfen und
Lähmungen, führen schließlich unausweichlich zum Tod.
Der Mensch infiziert seltener durch den Biss eines Fuchses als durch den einer Katze oder eines Hundes.
WICHTIG:
Auf Grund der enormen Gefahr für den Menschen gehört die Tollwut zu den
anzeigepflichtigen Seuchen und unterliegt als solche der staatlichen
Kontrolle. Behandlungsversuche sind bei tollwutkranken und
tollwutverdächtigen Tieren verboten. Tollwutverdacht besteht
auch dann, wenn ein Kontakt mit einem tollwutkranken oder
tollwutverdächtigen Tier vermutet werden kann. In einem solchen fall
kann die Tötung (ohne vorherige Untersuchung - da verboten!) angeordnet
werden, es sei denn, Ihr Tier ist nachweislich gegen Tollwut geimpft.
Katzenleukose
Die Katzenleukose ist die häufigste infektiöse Todesursache bei Katzen.
Ihr
Erreger ist ein Virus, das mit den Immunschwäche-Viren bei Katzen (FIV)
und bei Menschen (HIV) verwandt ist. Das Leukosevirus befällt
ausschließlich Katzen. Es wird leicht übertragen: nicht nur durch
Kontakt zu kranken Katzen, sondern auch über den Fressnapf, die
Katzentoilette etc. Infizierte Muttertiere können die Leukose im
Mutterleib und über die Milch auf ihre Welpen übertragen. Auch gesund
erscheinende Katzen, die das Virus ständig mit dem Speichel
ausscheiden, spielen bei der Verbreitung der Katzenleukose eine große
Rolle.
Die Erkrankungen durch Katzenleukose sind äußerst vielseitig und werden in zwei große Gruppen zusammengefasst:
Erkrankungen durch Schwächung des Abwehrsystems und Tumor-Erkrankungen.
Als
Folge der Abwehrschwäche wird die Katze für sonst harmlose Erreger sehr
anfällig. Die daraus resultierenden Entzündungen können alle möglichen
Organe angreifen und lassen sich nicht oder nur kurzfristig behandeln.
Des Weiteren können bei einer leukosekranken Katze die übrigen
Schutzimpfungen fehlschlagen, da das Immunsystem nicht mehr in der Lage
ist, Schutzstoffe zu bilden.
Deshalb ist eine Impfung gegen Katzenleukose die Basis für weitere Impfungen, die gleichzeitig erfolgen können.
FIP
Die Bezeichnung FIP steht für Feline Infektiöse
Peritonitis, was so viel wie ansteckende Bauchfellentzündung bedeutet.
Die FIP ist eine Infektionskrankheit, die nicht sicher nachgewiesen werden
kann und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind.
Sie führt immer zum Tod der Katze.
Am häufigsten erkranken junge Katzen zwischen sechs Monaten und
zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren. Ausgelöst werden
kann FIP durch eine Infektion mit Coronaviren (FCoV). Die "harmlosen" Coronaviren
vermehren sich im Dünndarm. Diese Infektion verläuft meist
ohne Krankheitserscheinungen oder mit leichten Durchfällen. Die "harmlosen" Coronaviren
werden durch infizierten Kot oder Speichel übertragen.
Katzen infizieren sich dabei
meist über mit anderen
Katzen geteilte Futterschalen und Katzentoiletten.
Eine Katze kann allerdings erst dann an FIP erkranken,
wenn bei der Vermehrung des "harmlosen" Coronavirus im Darm eine Veränderung
der Erbinformation (Mutation) auftritt und sich ein "FIP-Virus" mit
geänderten Eigenschaften entwickelt.
Das "FIP-Virus" verlässt den Darmtrakt und wird über
das Blut in alle inneren Organe transportiert. Es gibt aber viele Katzen,
die sich mit dem Darmvirus infizieren ohne jemals krank zu werden oder
dass sich Coranaviren in "FIP-Viren" verwandeln. Eine Ausscheidung
des "FIP-Virus" mit dem Kot ist bis heute nicht nachgewiesen
worden.
FIP äußert sich im ersten Stadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel,
Müdigkeit und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen der Symptome kann
es unterschiedliche Zeit
später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen. Hierbei unterscheidet
man dann eine sog. "feuchte Form" der FIP, die in typischen Fällen
mit einer Bauchwassersucht einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper
abgemagert, haben aber einen dicken,
flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können
solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen.
Bei der anderen, sog. "trockenen Form" der FIP kommt es zu einer
Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieberschüben
und teilweise Atembeschwerden. Weil hier die typischen Flüssigkeitsansammlungen
fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger als bei der feuchten Form. Es
können auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP auftreten.
Ist eine Katze wirklich an
FIP erkrankt, gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeiten.
Die einzige Möglichkeit ist eine vorbeugende Schutzimpfung. Bei dieser Impfung
wird ein spezielles Impfvirus in die Nase geträufelt. Damit wird das Tier
an der Eintrittspforte, also dort, wo der erste Kontakt mit dem Coronavirus bei
einer Infektion stattfindet, geschützt.
Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung über
die Nase verringert. Am besten ist die frühestmögliche Impfung
einer Katze, wenn noch kein Kontakt mit dem Coronavirus stattgefunden
hat. Mit Hilfe des sog. "FIP-Tests",
bei dem der Katze eine kleine Menge Blut abgenommen wird, kann untersucht
werden, ob die Katze schon einmal Kontakt zu Coronaviren hatte. Die Bezeichnung "FIP-Test" ist
eigentlich irreführend, da das "harmlose" Coronavirus und
das "FIP-Virus" mit
diesem Test nicht zu unterscheiden sind. Bei Tieren, die noch keine Antikörper
gegen die Coronaviren aufweisen, treten nach einer Impfung weniger häufig
FIP-Fälle aufals bei ungeimpften Katzen. Weisen Katzen bereits Antikörper
auf (positiver "FIP-Test"), ist die Wirkung der Impfung nicht
mehr so gut, schadet aber auch nicht.
FIV
Das Feline Immunschwäche-Virus (FIV) ist dem HIV des Menschen sehr ähnlich. Eine Übertragung des Katzenvirus auf den Menschen ist jedoch ausgeschlossen!
Das
FIV wird hauptsächlich durch Bissverletzungen übertragen, z.B.
anlässlich von Revierverteidigungskämpfen oder während des
Paarungsaktes durch den Nackenbiss des Katers.
Die FIV-Infektion
führt, ähnlich wie die Katzenleukose-Infektion, zu einer Schwächung des
Abwehrsystems, in deren Folge es zu den verschiedensten
Krankheitszeichen kommen kann. Häufig beobachtete Symptome sind
allgemeine Unlust, Zahnfleischentzündungen, Schnupfensymptome, schlecht
heilende Wunden der Haut, Fieber, vergrößerte Lymphknoten und
Durchfall. Die Infektion endet immer tödlich!
Besonders häufig ist FIV allerdings nur bei älteren, nicht kastrierten Katern mit freiem Auslauf.
Im
Gegensatz zu allen bisher besprochenen Infektionskrankheiten steht
gegen die FIV-Infektion gegenwärtig kein Impfstoff zur Verfügung.
BITTE LASSEN SIE IHRE TIERE IMPFEN!!!