(Früh-) Kastration von Katzen
Das eine Katze, die nicht zur Zucht eingesetzt wird, kastriert werden
sollte, ist sicherlich
unumstritten. Wer eine Kätzin hat, die ständig rollig wird, stundenlang
mauzt und
schreit und in dieser Zeit wenig frisst, weiss welche Belastung dies für
die Kätzin
(und auch den Besitzer) ist. Wer einmal mit dem penetranten Uringeruch
eines unkastrierten
Katers am Vorhang oder Teppich konfrontiert wurde, wird sicher nicht der
Meinung sein das man
der Natur freien Lauf lassen sollte. Es ist außerdem wissenschaftlich
erwiesen, dass kastrierte
Kätzinnen seltener an Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündungen
erkranken
und eine doppelt so hohe Lebenserwartung haben.
Übrigens werden Katzen kastriert, und nicht wie allgemein
angenommen sterilisiert. Eine
Sterilisation ist auf keinen Fall ratsam, da die Katze dadurch zwar
unfruchtbar wird, der
Geschlechtstrieb mit seinen Begleiterscheinungen bleibt aber erhalten.
Die Kätzinnen werden
weiterhin rollig und die Kater markieren weiter.
Ab wann ist eine Kastration möglich?
Üblicherweise wird eine Katze zwischen dem 8. bis 12.
Lebensmonat kastriert. Früher
ging man davon aus, dass eine Kätzin vor dem Eingriff zumindest einmal
rollig gewesen sein
sollte. Inzwischen ist diese Meinung aber widerlegt, denn es gibt keine
medizinischen
Gründe dafür. Es ist nicht nötig, die komplette körperliche Entwicklung
abzuwarten, da das Wachstum nicht von den Hormonen sondern hauptsächlich
von den Genen
gesteuert wird. Während der Rolligkeit sollte auf keinen Fall operiert
werden, da der
erhöhte Hormonspiegel zu verstärkten Blutungen führen kann.
Unter Frühkastration versteht man die Kastration noch nicht
geschlechtsreifer Tiere,
entweder bereits mit 8 bis 14 Wochen oder kurz vor Einsetzen der
Geschlechtsreife, die
individuell variiert. Generell beträgt das Alter der Tiere, die einer
Frühkastration
unterzogen werden, 3 bis 4 Monate. In vielen anderen Ländern,
insbesondere in den USA und
England, hat sich die Frühkastration schon seit langem durchgesetzt und
wird entsprechend
häufig praktiziert. Auch hierzulande finden sich nun immer mehr
Tierärzte, die die
Frühkastration durchführen, denn bislang sind keine Studien bekannt, die
zu dem
Ergebnis kamen, dass die Kastration vor der Geschlechtsreife negative
Auswirkungen auf die
weitere Entwicklung der Katzen haben könnte.
Einige Befürchtungen im Zusammenhang mit der Frühkastration
konnten als
unbegründet widerlegt werden. Dazu zählt u.a. die Annahme, dass es bei
einer
Kastration vor der Geschlechtsreife zum exzessivem Wachstum der langen
Röhrenknochen
(Oberarm und Oberschenkelknochen) kommt. Tatsächlich schliessen sich die
Wachstumsfugen
nach einer Frükastration später als normal, und die Tiere können somit
grösser
werden. Die Verlängerung von Oberschenkel, Elle und Speiche wurden von
den Besitzern
jedoch grösstenteils nicht einmal bemerkt, und falls doch, nicht als
störend empfunden.
Besonders bei Katern wird befürchtet, dass die Frühkastration die
Entwicklung der
Harnwege beeinflusst und es zu vermehrten Entzündungsreaktionen der
Harnwege sowie zur
Bildung von Harngries kommt. Der Harnröhrendurchmesser früh kastrierter
und nicht
kastrierter Kater weist jedoch keinen wesentlichen Unterschied auf. Die
Stoffwechselaktivität ist durch die Kastration im Allgemeinen
verringert, so dass bei
Kastraten mit einer stärkeren Zunahme des Körperfettes und damit des
Körpergewichtes zu rechnen ist, dies passiert allerdings bei Früh- und
Spätkastrierten Katzen gleichermassen, nur zu einem unterschiedlichen
Zeitpunkt.
Die Operation an Jungtieren wird in erster Linie aus Angst
vor einem erhöhten Narkoserisiko
abgelehnt. Diese Angst ist jedoch nicht angebracht, wenn einige Dinge
beachtet werden. So muss
das Gewicht grammgenau ermittelt werden. Das exakte Körpergewicht ist
für die
Berechnung der Dosis der Narkosemittel von Bedeutung, die bei kleinen
Patienten genau stimmen
muss. Ein ernsthaftes Problem bei kleinen und jungen Patienten ist der
Verlust an
Körperwärme, der durch den Einsatz eines Wärmekissens verhindert werden
kann.
Werden diese Regeln beachtet, ist das Narkoserisiko nicht höher als bei
älteren
Tieren, ganz im Gegenteil: Bei Jungtieren ist der operative Eingriff
übersichtlich, denn
es ist nur ein kleiner Einschnitt erforderlich, die breiten Mutterbänder
sind relativ
fettfrei und die Keimdrüsenbänder noch elastisch. Dadurch ist die
Operationsdauer
kürzer, so dass auch die Narkose kürzer und somit weniger belastend ist.
Insgesamt
sind Komplikationen und Blutungen seltener. Es hat sich auch gezeigt,
dass junge Kätzchen
bereits 24 Stunden nach dem Eingriff wieder wohlauf sind und fast keine
Schmerzen zu haben
scheinen. ältere Katzen hingegen brauchen manchmal durchaus 1 bis 3
Tage, um sich von der
Operation zu erholen.
Die Winn Feline Foundation (eine Organisation in den Staaten
die Forschungen zum Thema Katze
finanziert und durchführt) hat zur Frühkastration eine Studie
durchgeführt.
Der folgende Artikel zu dieser Studie wurde im englischen Original von
Diana Curden, Ph. D.
verfasst und von Angela Bachmeier übersetzt.
Frühkastration von Katzen - Studie der Winn Feline
Foundation
Das Konzept der Frühkastration (d.h. bevor eine Katze
geschlechtsreif wird) ist alles andere als
neu. Anfang des 20. Jahrhunderts war Frühkastration die Regel und
Bedenken bezüglich negativer
Nebenwirkungen einer solchen Operation kamen erst sehr viel später auf.
Heute bestätigen die
meisten Experten, dass bisher nicht genügend wissenschaftlich belegte
Informationen zur Verfügung
standen, um das beste Alter für eine Kastration zu ermitteln. Bis vor
kurzer Zeit gab es keine
Forschungsergebnisse, welche die Theorie, dass die Kastration eines
Hundes oder einer Katze mit
einem Alter von weniger als 5 bis 8 Monaten, bestätigten oder
widerlegten. In der Tat führt eine
der Untersuchenden auf diesem Gebiet an, dass viele Tierärzte die
Frühkastration seit geraumer
Zeit praktizieren, da es unglaublich große Unterschiede gibt, wann
Katzen oder Hunde die
Geschlechtsreife erlangen. Tierärzte für Großtiere praktizieren bereits
seit langem
Frühkastration an ihrem Tierbestand und halten dies nicht nur für
akzeptabel sondern in vielen
Fällen auch für wünschenswert. Selbst bevor Bedenken bezüglich der
stetig wachsenden Anzahl an
ungewollten Haustieren aufkamen, gab es viele wissenschaftlich belegte
Gründe für die Kastration
und Sterilisation. Sterilisierte Kätzinnen sind gegen Gebärmutterkrebs
und Gebärmutterinfektionen
geschützt. Bei Katern reduziert die Kastration das Risiko für einen
Vorfall von Hodenkrebs und
einer Prostatavergrößerung und den damit verbundenen Infektionen. Vom
Standpunkt des
Haustierbesitzers ist ein sterilisiertes oder kastriertes Tier ein viel
besserer Gefährte. Sie
sind einerseits weniger aggressiv und andererseits anhänglicher als ihre
unkastrierten Verwandten.
Da sie nicht dem Fortpflanzungstrieb unterliegen werden sie weniger oft
streunen oder kämpfen.
Bis vor kurzem gab es einen sehr schmerzlichen Mangel an
Studien über die Kurz- und
Langzeitfolgen der Frühkastration. Obwohl es zahlreiche Anekdoten über
Frühkastration gibt, waren
diese Fälle vom wissenschaftlichen Standpunkt her nicht aussagekräftig.
Bei den meisten dieser
Fälle ging es um zufällig verpaarte, nichtverwandte Tiere mit völlig
verschiedenem Hintergrund
und es gab keinen Versuch, diese Verschiedenheit unter Kontrolle zu
bringen. Es gab nur sehr
wenige universitäre Untersuchungen auf diesem Gebiet. M.A. Herron von
Texas A&M berichtete
1972 darüber, dass eine Kastration vor der Geschlechtsreife einen
relativ geringen Effekt auf den
Durchmesser der Harnröhre bei Katern hat. In letzter Zeit wurden
Untersuchungen im Angell Memorial
Hospital in Boston, am College der Veterinärmedizin der Universität von
Minnesota und dem
Department of Small Animal Clinical Sciences an der Universität in
Florida durchgeführt. Das
Projekt in Florida daürte von 1991 bis 1992 und wurde von der Winn
Feline Foundation in
Zusammenarbeit mit der American Veterinary Medical Association
(Organisation Amerikanischer
Veterinärmedizin) finanziert. Es wurde so weit wie möglich versucht, die
Unterschiede im
medizinischen Hintergrund und in der Genetik möglichst weit zu
reduzieren. Die Kitten wurden
eigens für die Untersuchung gezüchtet und die Wurfgeschwister wurden in
drei Gruppen eingeteilt.
Die Mütter der Kitten wurden unter Quarantäne gedeckt und untergebracht,
da die Ernährung und
andere Faktoren sowohl vor als auch nach der Geburt einen Einfluß auf
die letztendliche Größe,
das Gewicht und den Gesundheitszustand im allgemeinen Einfluß haben
können. Dr. Mark Bloomberg
bezeugt dass, obwohl die Untersuchung der Langzeitwirkungen noch nicht
in vollem Umfang
abgeschlossen sind, die anfänglichen Ergebnisse äußerst positiv sind.
Bevor er die Untersuchung
für die Winn Foundation durchführte, hatte Dr. Bloomberg eine ähnliche
Studie an Hunden
abgeschlossen. Die an dieser Untersuchung beteiligten Tiere wurden nun
über einen Zeitraum von
fünf Jahren beobachtet, ohne dass von negativen Nebenwirkungen berichtet
wurde. An der
Untersuchung der Winn Foundation waren insgesamt 31 Kurzhaarkitten aus 7
Würfen beteiligt,
welche auf dem Universitätsgelände der Gainesville Universität geboren
wurden.
Die Kitten wurden in drei Gruppen eingeteilt:
Gruppe 1: 11 Kitten; diese wurden im Alter von 7
Wochen kastriert bzw. sterilisiert
Gruppe 2: 11 Kitten; diese wurden im Alter von 7
Monaten kastriert bzw. sterilisiert
Gruppe 3: eine Kontollgruppe von 9 Kitten; diese
wurden erst nach vollständiger Reife
und nach Beendigung der ersten Phase der Untersuchung (12 Monate)
kastriert bzw. sterilisiert
Die Untersuchenden berichteten, dass die Operationen an den
Kitten der Gruppe 1 unkompliziert
und ohne Zwischenfälle verliefen, und dass die Kitten sich schneller
erholten als die Kitten in
den Gruppen 2 und 3. Dr. Bloomberg bemerkte hierzu, dass es zwar nur
sehr wenig Material über
Anästhesie bei Jungtieren gibt, allerdings seien Kleinkinder in der
Humanmedizin allgemein sehr
gute Patienten und es gäbe keinen Grund, warum dies nicht auch bei
Katzen und Hunden der Fall
sein sollte. Die größten Probleme bei Operationen an Jungtieren sind die
Erhaltung der
Körpertemperatur, die richtige Dosierung der Anästhesitika, da der
Atemapparat bei Jungtieren
noch nicht vollständig entwickelt ist, und die Erhaltung des richtigen
Blutzuckerspiegels. Die
Untersuchenden gaben den Kitten der Gruppe 1 nur für eine kürzere Zeit
vor der Operation keine
Nahrung als bei den Katzen der anderen Gruppen und gaben ihnen als
Vorsichtsmaßnahme kleine
Mengen von Karo Syrup (ein stark glukosehaltiger Sirup) vor der Narkose.
Es sollte an dieser
Stelle noch erwähnt werden, dass das allgemeine Vorgehen bei der
Reduzierung der Narkosestoffe
zum Ende der Operation auf Grund der schnelleren Erholung der Jungtiere
etwas abgewandelt wurde.
Kritiker führen mehrere mögliche Nebenwirkungen der
Frühkastration auf. Allgemein ist man der
Meinung, dass kastrierte Tiere weniger aktiv sind und eher zu starkem
Übergewicht neigen als
unkastrierte Tiere. Ebenso wird gesagt, dass eine Kastration im frühen
Alter das normale Wachstum
behindert. Besonders bei Katern wurde befürchtet, dass eine
Frühkastration die Entwicklung der
Harnwege beeinflussen könnte und zu einem vermehrten auftreten von
Zysten und Entzündungen der
Harnwege führt. Außerdem wurde befürchtet, dass eine Frühkastration sich
auf das Verhalten, die
Nahrungsaufnahme und die Anforderungen an die Nahrungszusammensetzung
und ähnliches auswirkt.
Die Untersuchenden waren bemüht, die meisten dieser Fragen zu
beantworten, indem sie einige
Daten bei diesen drei Gruppen untersuchten. Insbesondere wurde auf die
folgenden Dinge geachtet:
das Gewicht und die Körperzusammensetzung (z.B. prozentualer Anteil an
Körperfett); die
Knochenlänge und das Alter, mit welchem die langen Knochen aufhören zu
wachsen; Verhalten;
Nahrungsaufnahme; Entwicklung der Harnwege; und die Entwicklung
sekundärer geschlechtlicher
Merkmale und den Grad geschlechtlicher Reife.
Die Ergebnisse beim Vergleich des Gewichts zeigten
Unterschiede beim Vergleich der drei Gruppen.
Kater wogen grundsätzlich mehr als Kätzinnen, was allerdings in allen
Gruppen gleich war. Die
Untersuchungen der Körperzusammensetzung und des Körperfetts zeigten,
dass die Werte der Gruppe 1
und 2 identisch waren und allgemein fetter waren als die Katzen der
Gruppe 3. Die Untersuchenden
weisen darauf hin, dass die Kater der Gruppe 3 im Alter von 12 Monaten
bereits normale Merkmale
erwachsener Kater aufwiesen, wie z.B. Gewichtsverlust und die
Entwicklung von Katerbacken, was
einen Teil des Unterschieds ausmacht. Es wurde bei späteren
Untersuchungen außerdem festgestellt,
dass der Gewichtsunterschied bei den Katzen der Gruppen immer geringer
wird. Alle Katzen wurden
in ausgewählten Haushalten, die unter einer gewissen Aufsicht stehen,
untergebracht und sind in
ihrem neün Zuhause aktiver als auf dem Universitätsgelände. Eine
Nachuntersuchung sollte nach
drei Jahren im Mai 1994 durchgeführt werden.
Beobachtungen im Verlauf der Studie
Es gab allgemein keinen Unterschied in der Nahrungsaufnahme
zwischen den Katzen der drei Gruppen
außer, dass es in allen Gruppen Unterschiede zwischen den männlichen und
weiblichen Katzen gab.
Es wurden keine Unterschiede in der Wachstumsrate der Katzen in den drei
Gruppen festgestellt,
obwohl die Kater in allen Gruppen schneller wuchsen. Es wurde
beobachtet, dass die langen Knochen
bei den männlichen und weiblichen Katzen der Gruppen 1 und 2 länger
wurden. Der Grund hierfür
schien zu sein, dass die Knochen bei den Katzen der Gruppen 1 und 2 erst
später aufhörten zu
wachsen. Dies ist auch die Erklärung dafür, warum früher kastrierte
Katzen oft größer (höher und
länger) sind, als unkastrierte oder später kastrierte Katzen. Dies
schien insbesondere bei den
Katern der Fall zu sein.
Nach sieben Monaten waren die Katzen der Gruppe 3 vor der
Kastration wesentlich aggressiver und
außerdem weniger anhänglich als die Katzen der Gruppen 1 und 2. Entgegen
der allgemeinen Meinung
waren die kastrierten Katzen genauso aktiv wie die unkastrierten Katzen.
Die Beobachtungen der Entwicklung der Harnwege zeigten keine
Unterschiede zwischen den drei
Gruppen, außer den geschlechtlich bedingten Unterschieden, welche jedoch
über alle Gruppen
hinweg konstant waren. Die Untersuchenden maßen den Umfang der Harnröhre
nur bei den Katern der
drei Gruppen und konnten keinen Unterschied feststellen. Es gab
Bedenken, dass eine Frühkastration
einen geringeren Umfang zur Folge haben würde, was ein häufigeres
Auftreten von Zysten und damit
zusammenhängenden Problemen mit sich bringen könnte. Dies scheint nicht
der Fall zu sein. Die
größten Unterschiede zwischen den Gruppen wurden beim Vergleich
sekundärer Geschlechtsmerkmale
festgestellt. Die Kater wurden auf Unterschiede in der Entwicklung des
Penis, der Vorhaut und
der hakenartigen Auswüchse untersucht. Die hakenartigen Auswüchse waren
bei den Katern der Gruppe
1 überhaupt nicht, bei den Katern der Gruppe 2 unterdurchschnittlich und
bei den Katern der
Gruppe 3 normal entwickelt. Bei der Untersuchung der Kätzinnen ergab
sich, dass die Vulven bei
den Kätzinnen der Gruppen 1 und 2 infantiler waren als bei den Kätzinnen
der Gruppe 3. Keiner
dieser Unterschiede machte bei dem Versuch, den Katzen einen Katheter zu
legen, Probleme.
Bedenken, dass die Entwicklung der Harnwege durch Frühkastration
beeinträchtigt würde, waren
offensichtlich unbegründet.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen bisher auf, dass die
Unterschiede zwischen den Katzen der
Gruppen 1 und 2 vernachlässigbar sind. Obwohl die Unterschiede zwischen
den Katzen der ersten
Gruppen und der Gruppe 3 teilweise statistisch bedeutsam sind, scheinen
sie die Gesundheit der
Katzen nicht negativ zu beeinflussen. Die Zeichen stehen eindeutig
dafür, dass eine Frühkastration
nicht gesundheitsschädlich ist, obwohl dies durch langfristige
Folgeuntersuchungen bestätigt
werden muß. Aus Sicht der Tierheime und im Hinblick auf das Problem
ungewollter Jungtiere sind
diese Ergebnisse ermutigend. Wenn alle Tiere – Welpen und Kitten
eingeschlossen – die
aus Tierheimen adoptiert werden vor der Adoption kastriert bzw.
sterilisiert werden, sollte es
zu einem entsprechenden Rückgang der Zahl an eingeschläferten Tieren pro
Jahr kommen. Ergebnisse
aus Alachua County in der Nähe der Universität von Florida in
Gainesville scheinen diese Theorie
zu untermaürn.
Die Tierfänger des Alachua County arbeiten mit den
Untersuchenden der Universität zusammen und
setzen die Frühkastration seit 1990 ein. Kein Tier verläßt das Tierheim,
ohne zuvor kastriert zu
werden. 1987 wurden im Alachua County 1250 Hunde und Katzen pro Monat
eingeschläfert. Seit der
Einführung der Frühkastration fiel die Zahl der Einschläferungen auf 940
pro Monat; außerdem ist
keine höhere Todesrate im Zusammenhang mit den Frühkastrationen
festzustellen.
In den letzten Jahren erkannte man die Sicherheit und
Effizienz der Frühkastration immer mehr.
Die American Humane Association bezeichnet die Frühkastration vor der
Adoption aus einem
Tierheim als eine angemessene Lösung zur Verringerung der
Haustierüberbevölkerung und der
Tragödie der daraus resultierenden Todesfälle. Im Juli 1993 stimmten
Abgeordnete der American
Veterinary Medical Association für das Konzept der Frühkastration.
Arbeiten, die von Tierärzten
am Angell Memorial Hospital für die Society for the Prevention of Crülty
to Animals
(Gemeinschaft für die Verhinderung von Graumsamkeiten an Tieren)
angefertigt wurden, unterstützen
Dr. Bloombergs Beobachtungen. Andere Organisationen, die ein Programm
zur Frühkastration
einsetzen sind die Denver Dumb Friends Leagü in Colorado, die Miami
Humane Society and Alachua
County Animal Control in Florida, The Humane Society of Austin and
Travis County in Texas, die
Chicago Animal Control in Illinois, die King County Animal Control im
Staat Washington, die
Vancouver SPCA in British Columbia und die Southern Oregon Humane
Society in Oregon. Die
Dekalb Humane Society in Decatur, Collie Rescü of Metro Atlanta, die
Georgia Alliance of
Purebred Canine Rescürs, The Haven and Dog River Sanctuary in
Douglasville sind einige der
Organisationen in Georgia, die Frühkastration bei Hunden, Katzen und
exotischen Tierarten
einsetzen.
Die Cat Fanciers’ Assocition (CFA) hat seine
Ausstellungsregeln insofern geändert, dass
jetzt kastrierte Kitten an den Ausstellungen teilnehmen dürfen. Viele
Züchter von Rassekatzen
arbeiten mit ihren Tierärzten zusammen und lassen Liebhaberkitten
kastrieren, bevor sie in ihr
neüs Zuhause kommen. Diese Züchter sagen, dass sie mit der
Frühkastration sehr zufrieden sind.
Die neün Besitzer der Liebhabertiere sagen, dass sie sich dank der
Frühkastration keine Gedanken
über die Operation und den damit verbundenen Kosten einer späteren
Kastration machen müssen.
Genauso wie die Tierheime, müssen sich Züchter daher keine Sorgen
machen, dass die Kitten, für
welches sie ein neüs Zuhause gefunden haben, in Zukunft die
Überbevölkerung an Haustieren
verschlimmern.
Frühkastration von Katzen - Erfahrungsbericht
Von
Resa Bauer-De Meyere, Murteza Abessinier
Veröffentlicht in der
Zeitschrift TICA TREND, Ausgabe April/Mai 1998
Vor ein paar Jahren schrieb ich in der Ausgabe
Oktober/November 1992 des TICA Trend einen
Artikel mit dem Titel „Frühkastration“. Dieser Artikel beschrieb meine
Policy bezüglich der
Frühkastration von Kitten, bevor diese meine Cattery als Liebhabertier
verlassen. Dr. David
Roen, der Tierarzt meiner Cattery, schrieb damals einen begleitenden
Artikel. Wir fanden, dass
es für alle Züchter und Aussteller der TICA von Vorteil wäre, wenn wir
nach nunmehr 5,5 Jahren
zu diesen Artikeln eine Fortsetzung mit den bisher gemachten Erfahrungen
veröffentlichten.
Obwohl es offensichtlich ist, dass das Verfahren der Frühkastration
nicht für jeden Züchter oder
jede Rasse das Richtige ist, haben wir einige wertvolle Informationen
zusammengestellt, welche
sich eventuell auf Ihre Situation anwenden lassen.
Es ist jetzt schon 5 Jahre her… wie doch die Zeit
vergeht! Während ich in meiner Cattery auch
weiterhin die Frühkastration praktiziere, freue ich mich mitteilen zu
können, dass ich damit
nicht mehr alleine bin; viele Züchter verschiedener Rassen wenden dieses
Verfahren ebenfalls an.
Ich weiß von Züchtern der Rassen Maine Coon, BKH, Exotic Shorthair,
Siam, Perser und natürlich
auch Abessinier, welche die Frühkastration regelmäßig durchführen
lassen. Die Unterhaltungen auf
Ausstellungen zeigen überall dasselbe Ergebnis auf, wie bei mir: „Die
Frühkastration von
Liebhabertieren, bevor Sie in ihr neues zu Hause gebracht werden, macht
jedem das Leben
einfacher, insbesondere das der Katze!“.
Damals genauso wie heute hat die Kastration von
Liebhabertieren, bevor Sie die Cattery verlassen,
offensichtliche Vorteile. Es gibt absolut keine Möglichkeit einer
„zufälligen“ Verpaarung.
Nachträgliche Telefongespräche über Vertragsklauseln bezüglich der
Kastration gibt es nicht mehr.
Der Züchter hat dem neuen Besitzer des Liebhabertiers die Verantwortung
abgenommen, das „Baby“
kastrieren zu lassen. Zusätzlich belegen mittlerweile
Universitätsstudien das, was wir uns
erhofft hatten: Es gibt keine negativen Auswirkungen einer
Frühkastration. In der Tat zeigen
diese Studien, dass es für die Gesundheit der Katze von Vorteil ist, die
Kastration bereits vor
dem traditionell üblichen Alter durchzuführen!
Im Artikel von 1992 wurden beschrieben, dass 43
Abessinier-Kitten im Alter von weniger als 15
Wochen kastriert wurden, bevor Sie in Ihr neues Zuhause gingen. Wir
hatten zuvor drei Jahre lang
die Kastration im vorpubertären Alter praktiziert. Bis heute haben wir
bei insgesamt 119 Kitten
die Frühkastration angewandt, einschließlich der 43 Kitten aus der
ursprünglichen Studie. Alles
in allem praktizieren mein Tierarzt und ich nun seit 8 Jahren die
Frühkastration.
Sowohl 1992 als auch heute wurde der Großteil der
Kitten in einem Alter von 11 bis 12 Wochen
kastriert; manche davon bereits mit 10 Wochen, andere erst mit 15
Wochen. Alle weiblichen
Patientinnen sind schon nach 3 bis 5 Tagen bereit, in Ihr neues zu Hause
zu gehen. Mein Tierarzt
verwendet absorbierbaren Faden und mein Liebhabervertrag schreibt einen
Tierarztbesuch innerhalb
der ersten Woche, nachdem das Kitten bei seiner neuen Familie angekommen
ist, vor. Auf diese
Weise kann der „neue“ Tierarzt die Wunde untersuchen und kann mich oder
meinen Tierarzt anrufen,
falls er Fragen hat. Bisher war der Kommentar des „neuen“ Tierarztes
„keine Probleme, überhaupt
keine Probleme!“. Die männlichen Kitten können praktisch schon in Ihr
neues Zuhause, sobald ich
sie von der Tierklinik abhole. Allerdings behalte ich sie auf jeden Fall
mindestens noch drei
Tage nach der Operation bei mir, um ganz sicher zu gehen. Die männlichen
Kitten werden ebenfalls
bei Ihrem „neuen“ Tierarzt vorgestellt.
Wenn ich eine Zuchtkätzin kastrieren lasse, ist der
Unterschied in der Zeit nach dem Eingriff
sehr deutlich erkennbar. Ältere Kätzinnen brauchen einige Tage mehr, um
sich vollständig zu
erholen. Sie sind in den ersten zwei bis drei Tagen etwas steif und
haben offensichtlich
Schmerzen und brauchen weitere 2 bis drei Tage, um sich zu erholen. Im
Vergleich hierzu sind die
Kitten bereits nach 24 Stunden wohlauf. Sie scheinen fast gar keine
Schmerzen zu haben, anders
als die älteren Kätzinnen. Ja, ich habe auch schon Kitten kastrieren
lassen, welche eine
erfolgreiche Ausstellungskarriere hätten haben können, aber ich lasse
mich deswegen nicht von
der Frühkastration abbringen. Schließlich leben Liebhabertiere ein
fürwahr fürstliches Leben!
Ergebnisse und Veränderungen bei der allgemeinen
Einstellung sind das, wonach wir suchen. Die
chirurgische Methode hat sich nicht verändert, sowohl was die Zeit vor
als auch was die Zeit
nach dem Eingriff angeht. Dr. Roen oder einer seiner Partner haben alle
Operationen durchgeführt.
In den 8 Jahren haben wir noch kein Kitten „auf dem Tisch“ verloren. In
der Tat gab es auch
keine Komplikationen in der Zeit nach der Operation. In diesen 8 Jahren
habe ich bisher nur ein
Kitten mit nach Hause genommen, das etwas länger brauchte, bis es von
der Narkose aufwachte.
Die Neuigkeiten über die ersten Kitten von vor 8
Jahren bestätigen uns auch weiterhin, dass wir
das Richtige tun. Bevor ich mich daran gemacht habe, diesen Artikel zu
schreiben, habe ich
versucht, die Besitzer jedes dieser 8jährigen Liebhabertiere zu
erreichen. Ich bin sehr froh
berichten zu können, dass alle, die ich erreicht habe, gesunde und
glückliche Abessinier zu
Hause haben. Es gab nur eine Katze, deren Besitzer ich nicht mehr finden
konnte. Von den
Abessiniern, die ich aufspüren konnte gab es keinen einzigen Fall von
Urologischen Problemen.
Wir hatten einen Fall, wo ein Abessinier anfing zu markieren. Nach einer
kurzen Unterhaltung
stellte sich heraus, dass dieses Verhalten wohl darauf zurückzuführen
ist, dass sich die Familie
die Frechheit herausnahm, ein weiteres Kitten in ihren Kreis
aufzunehmen.
Obwohl ich in den letzten 8 Jahren den Kontakt zu
einigen Käufern von Liebhabertieren verloren
habe, höre ich im allgemeinen von fast allen zumindest ein Mal pro Jahr.
Im Rahmen zu den
Vorbereitungen zu diesem Artikel haben wir bei den Käufern von
Liebhabertieren aus meiner
Cattery eine Umfrage durchgeführt. Wir haben von ca. 80% eine Antwort
erhalten und auch hier
zeigte sich kein einziger Vorfall von Inkontinenz. Es gab einen einzigen
Fall von Urinary
Blockage bei einem 4jährigen Kastraten, welcher aber erfolgreich
behandelt wurde und in den
letzten zwei Jahren keinen Rückfall hatte. Wir hatten einen kleinen
Vorfall von unangemessenem
Verhalten beim Urinieren. Meistens schien der Anlaß hierzu ein gewisser
Aufruhr im Haushalt zu
sein, zwei Vorfälle konnten wir nicht erklären.
Andere angemeldete Befürchtungen konnten ebenfalls
als unbegründet widerlegt werden. Exzessives
Wachstum der langen Knochen war eine dieser Befürchtungen. Es gibt in
diesen 8 Jahren nur einen
Fall, in welchem das Wachstum der langen Knochen anscheinend zu weit
führte. Es handelt sich
dabei um einen sehr langen und großen Kater. Ich habe seinen Stammbaum
studiert und bin zu dem
Ergebnis gekommen, dass es durchaus an seinen Vorfahren liegen könnte,
insbesondere wenn man
beim Rest der Kontrollgruppe feststellt, dass es ansonsten keine
Vorfälle dieser Art gibt. Von
den betrachteten Katzen gab es 6 Vorfälle von Idiopathic Durchfall,
welcher mit Änderungen bei
der Ernährung kommt und geht. Einige der Kastraten scheinen ein geringes
(1 bis 2 Pfund) und
mittleres (mehr als 2 Pfund) Übergewicht haben, aber wir bezweifeln,
dass dies an der
präpubertären Kastration liegt, da Wurfgeschwister des gleichen
Geschlechts kein Übergewicht
haben, insbesondere, wenn sie bei einer anderen Familie leben. Ich muss
auch zugeben, dass ich
bei mir zu Hause ein paar Kastraten habe, die ein mittleres Übergewicht
haben und ich weiß auch,
woran das liegt – ich füttere sie zu viel! Es gab keinen einzigen Fall,
wo sich ein Abessinier
Knochen gebrochen hat, wenn er eines seiner zirkusreifen Kunststückchen
vorführte. Ich erwähne
das in erster Linie, weil es einen Tierarzt gab, der einen Besitzer
eines Liebhabertieres zu
Tode erschreckte, als er ihm sagte, dass die Katze sich bei einem Sprung
von einem Tisch oder
einer ähnlichen Höhe mit ziemlicher Gewißheit die Beine brechen würde.
Mein Tierarzt hat die
Hysterie des armen Opfers dieser Unsachlichkeit und Unwissenheit am
Telefon beschwichtigt.
Einige von den Züchtern, mit denen ich mich über
das Thema unterhalten habe, äußerten Bedenken
wegen der zusätzlichen Kosten, welche ihnen selbst entstehen würden. Die
meisten von uns schlagen
die Kosten einfach auf den Liebhaberpreis auf. Heutzutage sind die
meisten Interessenten
erleichtert, wenn ich ihnen dieses Vorgehen erkläre und sie damit um die
Verantwortung der
Kastration erleichtere und sie sind auch gerne bereit, den höheren Preis
zu zahlen. Als wir
gerade mit der Frühkastration anfingen, kam ich mir manchmal so vor, als
würde ich versuchen,
das Rad neu zu erfinden. Es gab einige Interessenten, die geradezu
entsetzt waren, als sie
hörten, dass ich so ein kleines Wesen einer solcher Prozedur unterziehen
würde! Mittlerweile gibt
es so gut wie keine Fragen mehr. In den letzten 5 Jahren wurde die
Öffentlichkeit auf das
Problem der “Überbevölkerung” aufmerksam gemacht und ich bekomme ab und
zu auch ein anerkennendes
Schulterklpofen dafür, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Die
meisten sagen so etwas wie
“Nun ja, das ist wirklich eine tolle Sache!” Eine in der Tat angenehme
Entwicklung!
Obwohl unsere Betrachtungen innerhalb unserer
Cattery weit von einer wissenschaftlichen Studie
entfernt sind, haben wir unsere bisherigen Erfahrungen als durchweg
positiv eingestuft und sind
wohl auch näher an der Wirklichkeit eines Züchters als Studien, die im
Zusammenhang mit Katzen
aus dem Tierheim durchgeführt wurden. Wir sind sicher nur ein sehr
kleiner und rassespezifischer
Teil der Katzenwelt, aber wir können auf 8 Jahre Erfolg zurückblicken.
Unser Ziel ist es, so
viele Abessinier wie möglich bis ins Alter von 12 Jahre zu verfolgen.
Mit diesen zwölfjährigen
Abessiniern werden wir dann eine abschließende Erfassung des
Sachverhalts durchführen und sie
aus der aktiven Studie herausnehmen. Allerdings behalten wir uns das
Recht auf die alljährlichen
Weihnachtskarten vor!
Kommentar von Dr David Roen (ursprünglich veröffentlicht in der Ausgabe
Oktober/November 1992
der TICA Trend)
David Roen, Frau DeMeyeres Tierarzt, sagt, dass die
Frühkastration an Tieren aller Art bereits
seit vielen Jahren praktiziert wird, wie z.B. bei Pferden, Schafen und
Rindern. Dr. Roen sagt
weiterhin, dass er keinerlei Studien kennt, welche von negativen
Effekten auf Grund des frühen
Eingriffs berichten.
“Meine chirurgischen Techniken, die ich anwende,
wenn ich sehr junge Katzen kastriere oder
sterilisiere, sind nichts besonderes. Ich bin sicher, dass die meisten
erfahrenen, kompetenten
Kleintierärzte dasselbe rouintemäßig tun. Es gibt ein paar Dinge, die
ich bei jungen, kleinen
chirurgischen Patienten für wichtig halte.
Es ist wichtig, das genaue Gewicht zu kennen. Wir
verwenden hierzu eine digitale Waage, welche
daraufhin konstruiert wurde, im Bereich von 500 g bis ca. 5 kg sehr
genau zu sein. Falls der
Patient nicht kooperieren will, wiegen wir ihn in einem kleinen
Transportkorb aus Karton.
Die Dosis der verwendeten Narkosemittel muß bei
einem kleineren Patienten genau stimmen; und da
es um eine kleinere Dosis geht, sollten auch eine kleinere Spritze und
eine kleinere Nadel
verwendet werden.
Der Verlust an Körperwärme kann bei kleinen, jungen
Patienten ein ernsthaftes Problem sein. Dem
kann dadurch vorgebeugt werden, dass man es vermeidet, das Fell bei der
Vorbereitung auf die
Operation unnötig nass zu machen, dass man den Einschnitt so klein wie
möglich macht, dass man
die Operation möglichst schnell zu Ende bringt und dadurch, dass man ein
Wasser zirkulierendes
Wärmekissen verwendet, das genau auf eine sichere Temperatur erwärmt
wird.
Ein elektrisches Wärmekissen sollte niemals für ein
Tier eingesetzt werden, insbesondere, wenn
der Patient krank ist oder unter Narkose steht. Selbst wenn das Kissen
die Haut nicht verbrennt,
kann schon sehr geringe Hitze ein verlängertes Zusammenziehen der
Blutgefäße in der Haut
verursachen. Dies kann das Absterben dieser Hautzellen verursachen und
eventuell ein paar Tage
später dazu führen, dass die Haut austrocknet, schwarz wird, sich
abschält und dabei eine große
offene Wunde hinterläßt.
Ein kleiner Einschnitt und eine schnelle Operation
sind wichtig, da Körperwärme schnell verloren
geht, wenn der Unterleib geöffnet ist. Der starke Blutzufluß zu den
Organen strahlt Wärme ab,
die Verdunstung von der feuchten Oberfläche verwendet die Köperwärme in
großen Mengen.
Ich denke, dass die Operation rein körperlich für
kleine, junge Katzen weniger Stress bedeutet.
Die Organe sind kleiner, die Blutgefäße sind kleiner und daher sind das
Trauma und der
Blutverlust geringer. Ich kenne keine Studien, die zeigen, dass die
Kastration von Katzen vor
der Geschlechtsreife negative Auswirkungen auf die Entwicklung dieser
Katzen hat. Pferde und
Kälber werden bereits seit Jahren im Alter von wenigen Tagen bis wenigen
Wochen kastriert.
Ich bin davon überzeugt, dass die Vorteile – eine
verbesserte Kontrolle der Bevölkerung an
Liebhabertieren und das Eliminieren von zufälligen Verpaarungen von
nicht zur Zucht geeigneten
Rassekatzen – auf jeden Fall wesentlich größer sind als Risiken, welche
die Frühkastration unter
Umständen mit sich bringen mag.
© Dieser Text wurde von Britta Singethan zusammengestellt. Er kann gerne
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