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Gruppenzusammenstellung

oder die Frage....

Einzelgänger oder paarweise Haltung ?




Da ich immer mal wieder gefragt werde, ob Schildkröten denn nun Einzelgänger oder Gruppentiere sind, möchte ich das Thema hier auch gern einmal aufgreifen. Natürlich hüpfen sie da in der Natur nicht päärchenweise durch die Gegend und natürlich laufen sie dort verstreut durch das weite Gelände, aber sie müssen sich auch immer mal irgendwo begegnen können. Auch wird teilweise von ganzen Gruppen berichtet, die ihre Schlafplätze in der nahen Umgebung haben. Zur artgerechten Haltung gehört es einfach, dass sich die Tiere begegnen können, wobei man aber immer einen großen Platzbedarf hat, egal ob man nun ein Tier oder 3-4 Tiere hat, man sollte ausgewachsenen Tieren ein Gehege von mindestens 20, besser 30 qm zur Verfügung stellen. Je größer um so besser.

Nach Aussage einiger Kunden gehen die Meinungen, ob Einzelhaltung, Paarweise oder Gruppenhaltung, von einigen Züchtern (vor allem Zoogeschäften) demnach sehr auseinander. Im Prinzip sollten sie das nicht. Das kann man ja auch nicht so einfach mit ja oder nein beantworten. Es hängt eben von verschiedenen Faktoren ab, die ich gleich noch aufführen möchte.

Wobei Zoogeschäfte natürlich auf Verkauf aus sind und wenn der Kunde eben sagt "ich will nur eine" dann wird natürlich auch ein Tier in Einzelhaltung verkauft. Weil der Kunde sonst in ein anderes Geschäft geht. Einige Züchter sind da leider genauso. Bei mir gibt es, zumindest bei Babys, kein Tier allein, es sei denn, es ist schon die gleiche Art/Unterart vorhanden. Tiere einer zweiten Art gebe ich nur ab, wenn von der erst gehaltenen Art schon eine Gruppe zusammen gestellt ist. Eine hiervon und eine davon, das gibt es nicht.

Vorab schon mal für alle die jenigen, die ein Männchen haben und dazu ein Weibchen haben möchten.... Das geht garnicht! (Selbverständlich für alle die die zu zwei Männchen zwei Weibchen haben wollen, geht auch erst recht garnicht).

Das Männchen würde nur immer dieses eine Weibchen anpaaren, beissen und rammen. Es kommt nicht mehr zum Fressen und zum Sonnen. Von Verletzungen ganz zu schweigen. Sie würde sich immer mehr verkriechen und wäre dauerndem Stress ausgesetzt. Der Stress senkt das Immunsystem und dadurch können Krankheiten und Parasiten überhand nehmen und das Tier wird über kurz oder lang sterben. Auch eine vernünftige Eiablage ist unter diesen Umständen nicht möglich und es kann zur Legenot führen, was auch meistens mit dem Tod endet. Bei den dauernden Paarungsversuchen kann das Männchen mit seinem Endnagel am Schwanz, das Weibchen verletzen. An diese Wunden legen dann Fliegen ihre Eier. Wenn die Maden dann schlüpfen, fressen sie das ganze Tier von innen auf, wenn man es nicht schnell genug merkt. Manche Fliegenmaden schlüpfen schon einen Tag nach dem Legen und werden nach 4-5 Tagen schon wieder zu Fliegen. In dieser kurzen Zeit ist die Schildkröte dann schon ausgefressen und tot. Also, Paarhaltung und was noch viel schlimmer ist, eine Gruppe die aus mehr Männchen oder gleich viel Männchen wie Weibchen besteht, ist in meinen Augen reine Tierquälerei.

Einzelhaltung geht auch garnicht! Vor allem von der Aufzucht der Jungtiere in Einzelhaltung ist sehr abzuraten. Auch in der Natur bleiben die Schlüpflinge noch einige Jahre auf einer kleineren Fläche in der Nähe vom Schlupfort. Jedes Jahr vergrößern sie ihr Gebiet. Mit 5-6 Jahren haben sie sich dann so weit entfernt, bzw. wandern sie dann langsam in Gebiete wo sie auf ältere Tiere treffen. Gerade die Männchen sind nach einigen Jahren Einzelhaltung, wenn die Zeit auch noch über die Geschlechtsreife hinaus geht, dermaßen Verhaltensgestört, dass man wiederum Jahre braucht bis man sie vernünftig in eine Gruppe integrieren kann. Ich habe das alles schon hinter mir. Ein Thb-Männchen was 10 Jahre in Einzelhaltung und vorwiegend im Terrarium gehalten wurde, hatte man mir gebracht. Es hat 4-5 Jahre gedauert bis ich ihn so einigermaßen in die Gruppe integrieren konnte. Am Anfang hat er in alles gebissen was nicht bei drei auf dem Baum war. Auch später mußte ich ihn in den Paarungszeiten, Frühjahr und ab Juli, oftmals separieren. Heute lebt er in eine 5er Damen-Gruppe und ich habe noch keine Klagen gehört ;-)
Auch wenn man heute sagt, ja ich will aber immer nur eine Schildkröte haben. Was ist in 50-60 Jahren? Kann ich oder will ich dann das Tier nicht mehr halten. Je nachdem wie alt man bei der Anschaffung ist, überleben uns die Tiee ja noch um vieles. Soll es vielleicht doch noch mal in eine Gruppe? Dann wäre das Problem schon wieder vorprogrammiert.

Eine reine Männchengruppe. Das geht, aber meiner Erfahrung nach fast NIE mit nur 2 Männchen (außer meine beiden NZ von 1996 bei Karin ;-). Bisher habe ich immer gesagt, mit 3 oder mehr Männchen geht es oftmals wieder besser. Die mussten dann aber auch gleichzeitig in ein neues Gehege einziehen und gleich stark sein. Heute bin ich davon auch nicht mehr überzeugt, auch wenn es bei mir oft klappte, dann reichte schon manchmal eine Umgebungsveränderung und es knallte wieder ordentlich. Nachdem ich dann auch noch vor ein paar Jahren eine 3er-Gruppe alter Thb-Männchen die ca. 50 Jahre zusammen lebte, übernommen habe und merkte dass das mit denen überhaupt nicht ging (der vierte wurde ein paar Monate vorher beim Vorbesitzer schon zu Tode gemobbt), bin ich heute der Meinung, das ein Männchen in Einzelhaltung (natürlich nur wenn er während der Aufzucht auf andere Schildkröten geprägt wurde), besser dran ist. Er muss sich nicht dauernd mit Dominanzkämpfen rumplagen bzw. wird nicht von anderen dominiert. Es kann genauso stressig sein, immer der Stärkste sein zu müssen, wie immer der schwächste zu sein. Dann haben wir es wieder. Stress senkt das Immunsystem und macht anfällig für Krankheiten und Parasiten. Das kann dann auch mal schnell zum Tod führen.

Optimal ist es zwar pro Männchen 3-4 Weibchen und da geht kein Weg dran vorbei, wenn man die Tiere in einer artgerechten Gruppe halten will, aber auch da kann ein dauernd stressendes Männchen große Unruhe reinbringen. Genauso kann das Männchen so gestresst sein das er nicht mal mehr zum Fressen kommt und sich den Schwanz wund scheuert. Auch da drohen wieder Fliegenmaden-Befall, wenn man nicht aufpasst.

Mit 2 Weibchen pro Männchen, sagen manche dass es geht, aber meiner Meinung nach werden die Weibchen einfach noch zu viel belästigt. Wenigstens 3 Weibchen sollten es einfach schon sein.

Auch bei Gruppenhaltung sollte man also immer aufpassen und gut beobachten und evtl. zu den Paarungszeiten trennen. Wenn trennen, dann immer die Weibchen im Gehege lassen und die Männchen rausnehmen. Noch besser ist es, wenn man zwei große Gehege hat wo man eine Durchtrennung rein macht und da einfach bei Bedarf eine Lücke lässt wo man eine Art Schieber auf oder zu-machen kann. Das Gleiche im Frühbeet/Gewächshaus. So kann man schnell mit Trennung reagieren, aber gleichzeitig müssen die Tiere sich nicht an ein anderes Gehege gewöhnen, denn sie sind sehr ortstreu.

Wenn man sich natürlich erstmal nur 2 Tiere anschaffen, ok. Aber man sollte dann nicht zu viele Jahre warten bis man das Geschlecht erkennt, denn dann ist ein Zukauf meistens schwierig und/oder teuer.

Habe ich ein Paar, dann wird es meistens schwierig und teuer mindestens eins, besser noch 2 Weibchen dazu zu kaufen. Je älter umso teurer. Ist mein Weibchen schon geschlechtsreif und dann kaufe ich noch semiadulte Weibchen dazu, wird das Männchen trotzdem immer das adulte schon geschlechtsreif riechende Weibchen belagern. In dem Fall sollte man solange die Weibchen zusammen halten und das Männchen in einem extra Gehege. Zwischendurch kann man ihn mal dazu setzen, aber wenn er zuviel stresst, dann wieder ab in sein Gehege, bzw. wie oben geschrieben besser die Durchtrennung mit Schieber oder Klappe.  Wenn nur umsetzen möglichist, dann immer nur die Männchen umsetzen. Die Weibchen immer im Gruppen-Gehege lassen. Sie müssen sich wohl fühlen und später auch den geeigneten Eiablageplatz finden.

Also ist die optimal Lösung, sich wirklich hochbebrütete Nachzuchten (33 Grad) von blutsfremden Weibchen zu kaufen. Wenn man auch erstmal mit 2-3 Tieren anfängt, dann evtl. in den nächsten Jahren, noch mal welche dazu nehmen. Der Größenunterschied sollte dabei noch nicht zu groß sein, denn dann müßte man erstmal wieder trennen. Sonst machen die Großen die Kleinen platt. Um so jünger und weicher die Kleinen noch sind, dann können sie sich noch verformen wenn ein schwereres Tier mal eine Nacht oben drauf gelegen hat, in der Schlafhöhle.

Auch bei der hohen Bruttemperatur schlüpfen natürlich auch immer noch mal Männchen. Aber der Anteil der Weibchen ist wesentlich höher. Wenn man dann trotzdem nach 4-5 Jahren feststellt dass noch zu viele Männchen dabei sind, dann muß ich mich evtl. noch ein dem ein oder anderen Männchen trennen, oder die Geschlechter trennen. Je mehr hochbebrütete Nachzuchten man aufzieht, um so größer ist die Chance auf Weibchen. Kommt immer drauf an was man sich dann aus den ganzen Jungtieren aussucht. Ist eben wie Lotto spielen.

Ich muß sagen, bei meinen diesjährigen Geschlecher-Umfragen meiner früheren Nachzuchten, kommen doch immer mehr Weibchen zutage. Sehr schön, dann lohnt sich die hohe Bebrütung ja doch :-)
Vor kurzem erst wieder 4 Tiere von 2003 alles Weibchen. Dann nochmal aber ich weiß nicht mehr welches Jahr, auch 4 Weibchen. Dann auch letzte Woche Tiere von 2005 1 Männchen - 3 Weibchen. Dann 4 von 2005 1 Männchen und 3 Weibchen. Öfters mal 1 Männchen - 2 Weibchen. Leider auch 2 mal 2 Männchen - 1 Weibchen. Das ist dann natürlich Mist. Aber am Schlimmsten war 5 Tiere aus 2 Jahren und alle 5 Männchen. Das hat mich echt schockiert. Nun suche ich nach Möglichkeiten, wie dieses Aussuchen der Tiere zustande kommt. Das manche Leute sich nur die Weibchen aussuchen und andere wieder Männchen. Ist eben ein bisschen wie Lose ziehen.

Kurz noch zu der Aussage, wenn ich von Gruppenhaltung spreche .... " aber ich will ja nicht züchten "
Gut, müssen Sie ja auch nicht. Es gibt eh schon viel zu viele Nachzuchten. Aber die Weibchen müssen ihre Eier ablegen können, egal ob befruchtet oder nicht. Ansonsten droht Legenot. Auch Weibchen ohne Männchen können Eier legen. Die sind dann nur nicht befruchtet. Aber oftmals hören sie auch mit den Jahren auf, wenn nie ein Männchen dabei ist. Auch bei adulten Weibchen, die schon viele Jahre gelegt haben, kann das so sein. Also, ... hat man jedenfalls Eier, egal ob befruchtet oder nicht und will diese nicht bebrüten, dann muss man sie vernichten, also zerschlagen. Natürlich möglichst zeitnah nach dem Legen. Anstonsten könnten, wenn die Eier im Gewächshaus oder Frühbeet gelegt wurden, die kleinen Schildkröte dort schlüpfen. Allein durch die Sonnenbestrahlung. In einigen warmen Gegenden in Deutschland ist es auch schon zum Schupf im Freigehege gekommen. Das ist dann natürlich ganz blöd, weil zum einen können Krähen, Elster, Ratten, Marder, Mäuse die Kleinen fressen oder wenn man das Gehege betritt, kann man selbst ausversehen drauftreten. Das kann natürlich auch im Gewächshaus passieren.
Zum anderen werden diese Naturbruten ja vermutlich zu gering bebrütet und bei zu niedrigen Temperaturen schlüpfen dann wieder nur oder vorwiegend Männchen und davon haben wir ja schon mehr als genug.
Aber ehrlich gesagt, ich habe noch von keinem Kunden nach 8-10 Jahren oder später gehört, wenn die lieben Tierchen dann nach jahrelanger Hege und Pflege endlich mal Eier gelegt haben, dass dann diese Eier nicht bebrütet wurden. Meistens steht dann doch schon die Kunst-Brutglucke in der Ecke ;-)

Also wenn es eh immer nur ein Tier sein soll, dann einfach ein Männchen kaufen, was keinen Platz in einer Gruppe gefunden hat oder was schlecht integrierbar ist.

Paarweise Haltung - nur wenn es zwei Weibchen sind.

Hab ich noch was vergessen? Bestimmt... Einfach mal fragen, dann kann ich hier vielleicht noch etwas zuschreiben....








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