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Fressfeinde

-auch meine Tiere hat es nun erwischt-


Tja, wie fängt man mit dem Thema an, wenn man selbst noch total geschockt ist und jeden Tag nur heulen könnte.

Ich schreibe das hier mal alles auf um andere zu warnen, wirklich alles zu bedenken was die Tiere schützen kann. Mäuse, Ratten, Marder finden immer einen Weg, da kann man machen was man will. Auch wenn es immer gut gegangen ist, wie bei mir 50 Jahre lang, dann ist es irgendwann doch mal passiert.

Draht ist nur sicher, wenn die Vierecke nicht größer als 10 mm sind. Wobei Jungmäuse und Spitzmäuse da auch noch durch kommen. Also ich werde jetzt auf 8 mm Durchmesser übergehen. Der Draht mit den großen runden Löchern bringt garnichts für die Nacht, nur für den Tag gegen Krähen und Elstern, also ähnlich wie Netz.

Seit gut 50 Jahren halte ich nun Schildkröten, aber sowas ist mir selbst in früheren Jahren noch nie passiert, als ich auch erstmal nur eine einfache Hütte für die Tiere hatte wo zu Anfang nicht mal ne Tür drin war. Heute ist alles gesichert und bei den adulten Tieren hat immer mal die ein oder andere Schildkröte im Gehege oder im Garten übernachtet, sogar die Winterstarre hat ab und an mal eine versehendlich draußen verbracht.





    
Meine Babys und Jungtiere habe ich immer geschützt gehalten. Die ganz Kleinen, da hatte ich fein-maschigen Draht über den Freigehegen wenn sie im Sommer in den Frühbeeten waren


      
und im Winter waren sie im großen Gewächshaus, wo die Babys in einer Art niedrigen Holzkisten waren, die auf hohen Metallfüßen standen, wo kein Viehzeug dran hoch kommen konnte. Die semiadulten Tiere waren immer auf dem Boden in einem separaten Gehege, da ist auch nie was passiert.     




 
Die Semiadulten haben über dem Außengehege ein Netz drüber um am Tag gegen Krähen und Elstern geschützt zu sein und haben dann ihren eigenen Einganz zum Gewächshaus.


 
Letzten Sommer habe ich nun umgebaut und die Jungtiere für die Zeit der Winterstarre in langen Holzkisten untergebracht, wo sie zwar viel mehr Platz hatten, aber die nur ca. 30-40 cm über dem Boden, waren. Rechts waren die 2016er Babys und links die 2013-2015er Nachzuchten. Unter diesen langen Holzkisten, die komplett über 2 Seiten des großen Gewächshauses gehen, sollen die adulten Tiere ihren Schlafplatz finden, was viele auch gut angenommen haben. Ich hatte mich so gefreut über die neuen Gehege, weil die Tiere noch viel mehr Platz hatten als vorher. Die Adulten hatten so eine größere Nutzungsfläche, wo auch mehr Sonne hin kam. Eigentlich alles optimal.
Ich dachte im Gewächshaus wären sie sicher, aber besser wäre gewesen, auch hier noch einen Drahtrahmen drüber zu machen. Oder sie früher in die Frühbeete mit überdrahteten Außengehegen zu setzen.


Anfang Mai 2017 kam es dann zu meiner persönlichen Katastophe. Morgens beim öffnen des Gewächshauses fiel mir im Gehege der 2013-2015er Nachzuchten ein blutendes Tier auf, wo der Panzer total angefressen war. Man konnte förmlich auf die noch vorhandenen Organe schauen. Alle anderen nachgeschaut, vorwiegend in Ordnung, dann das Erste mit einer kleinen Macke am Bauchpanzer und einer wo die Vorderbeinchen leicht kaputt waren bzw. ein paar Schuppen fehlten. Dann weitere Tiere gesucht und... ich dachte mich trifft der Schlag. In der Schlafecke der Gruppe, im Sphagnum-Moos unter der Korkhöhle haufenweise angefressene und ausgefressene tote Tiere.

  
     

Die Panzer von unten oder von oben aufgenagt und die Organe bei lebendigem Leibe rausgefressen. 15 Tiere bereits tot, 3 noch lebend, wovon dann eine ganz kurz darauf auch tot war und die beiden anderen musste ich dann bei meiner Tierärztin einschläfern lassen.



Bei den beiden die eingeschläfert werden mussten, war auch die Kleine (rechts) die ich zuerst gesehen habe. Hätte sie sich nicht aus dem Schlafbereich bis ans andere Ende des Geheges geschleppt, dann hätte ich es an dem Tag vielleicht noch nicht gesehen und das Schreckliche wäre noch eine weitere Nacht so weiter gegangen. Ich war 2-3 Tage viel unterwegs und habe zwar gefüttert und nach den Tieren geschaut, Türen auf, Türen zu, Lampen an, Lampen aus, Wasser gegeben, ich kann mir einfach nicht vorstellen wieso ich das nicht gemerkt habe. Die bereits toten Tiere müssen immer innerhalb des Schlafbereichs gelegen haben. Da schon ein paar wenige Tiere dabei waren, wo man sah, dass sie nicht in der Nacht gestorben waren, kann das Ganze schon 2 oder vielleicht sogar 3 Nächte lang passiert sein. Aber die Meisten stammten wohl aus der vorherigen Nacht.


Hier der mittlerweile ausgeräumte Schlafbereich am Ende des 3,50 langen Innengeheges. Hier an der Stelle war ein Berg Sphagnum-Moos und eine Korkhöhle lag darüber. Da drunter befanden sich alle toten Tiere. Die schwer und leicht Verletzten hab ich dann dort oder außerhalb des Schlafbereiches gefunden. Da die leicht Verletzten die Verletzungen am Bauchpanzer oder an den Beinen hatten, fiel das auch nicht weiter auf und so habe ich es erst gemerkt, als die erste Schwerverletzte, die auch von oben ein großes Loch hatte, morgens unter der Lampe saß.

Insgesamt waren es nun 19 tote Tiere von 2013 bis 2016, weitere 5 leicht Verletzte von 2013-2015 und eine noch später entdeckte etwas schwerer Verletzte Tm von 2016. Seltsamer Weise war ein Baby von 2016 auf der Seite der älteren Nachzuchten von 2013-2016 und ein weiteres von 2016 lag unter dem Babygehege im Gehege der adulten Hercis. Zwei unverletzte Tiere haben wir dann am gleichen Tag noch draußen außerhalb vom Gewächshaus gefunden und auch welche außerhalb der Baby-Gehege bei den adulten Tieren im Gewächshausbereich. Eine kleine Thb von 2016 hab ich noch 4 Tage später im Gewächshaus bei den alten Tieren gefunden und eine kleine Tm 2016 habe ich noch nach 5 Tagen im Babygehege gefunden, obwohl ich die Erde und alles mehrfach durchsucht habe. Beide ganz unverletzt, zum Glück.


Sofort am gleichen Tag habe ich dann alle Jungtiere nach Verletzungen untersucht und geschaut wer alles noch da ist. Die übrig gebliebenen habe ich dann in die neuen Frühbeete mit drahtgesicherten Außengehegen umgesiedelt. Da sollten sie eigentlich gleich nach der Winterstarre rein. Aber da es noch so kalt war, dachte ich im großen Gewächshaus sind sie besser aufgehoben, da ich dort auch eine UVB-Lampe habe.

Bis dahin war ich eigentlich noch überzeugt dass es sich um eine Maus handelte die das angerichtet hat, bzw. bin es eigentlich immer noch, da die Löcher in den Panzern teilweise so klein sind. Vor allem bei der Tm von 2016. Wenn da eine Ratte dabei gewesen wäre, dann hätte sie die auf einmal weg gehabt. Aber auch, weil ich mir nicht erklären konnte wie eine Ratte da rein kommt. Bzw. war bereits ca. 3 Wochen vorher eine Ratte unter dem Babygehege, die mein Hund aber da rausgeholt hat. Seit dem habe ich Abends immer noch mal den Hund ins Gewächshaus gelassen. Ich dachte sie wäre tagsüber da rein gekommen. Später habe ich dann entdeckt, dass wenn ich den Eingang vom Semiadulten Gehege falschrum zu mache, dann eine kleine Lücke entsteht. Evtl. schon groß genug, dass eine Ratte da durch kommt?

Und so sehen die 6 kleinen Verletzten aus.

 
                           Hier ist oben links das Kehlschild angefressen.


   
  Bei dieser fehlt ein Stück vom Schwanz.        Hier sind die Vorderbeine angefressen.


 
           Bei diesen Beiden sind es auch die oberen Schilder am Bauchpanzer

 
Diese kleine Tm habe ich noch als letztes entdeckt. Sie hat den schwerste Verletzung. Aber sie frisst und die Wunde blutet nicht und suppt nicht.



Es nimmt kein Ende...


Bei meinen adulten Tieren hatte ich eigentlich keine Bedenken, aber auch die habe ich dann nach diesem Vorfall Abends noch sorgfältiger gesucht als sonst. Gesucht habe ich zwar immer schon, aber was ich nicht gefunden habe, das blieb eben mal draußen, wenn es die Temperaturen zuließen. Jetzt hab ich aber alles eingesucht was ging. Da ich mittlerweile den gesamten Garten für die Tiere freigegeben habe, weil die Weibchen schon ihren optimalen Eiablageplatz suchten und eine mir schon einmal über die Umrandung geklettert war, um auf ihrem geliebten neuen Bruthügel zu legen, war das mit dem Suchen dann nicht ganz so einfach. Promt war auch eine alte horsfieldii-Dame draußen im Garten geblieben. Genau in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, drei Tage nach dem Angriff auf die Babys, wurde auch sie dann von einer Ratte angegriffen. Das war aber sehr sicher eine Ratte. Als ich sie am Morgen aus dem Gebüsch kommen sah, konnte ich schon die offenen Beine sehen.
Die Vorderbeine waren am schlimmsten betroffen. Das rechte Vorderbein war so zerbissen, dass man den Knochen und das Gelenk sehen konnte. Meine Tierärztin wollte sie zuerst einschläfern, aber ich habe schon so viel kranke Tiere gesehen die so einen Lebenswillen haben, da sollte auch sie ein Chance haben. Si hatte schon ihren Vorbesitzer überlebt wo sie in Kalthaltung draußen oder ohne Lampen im Keller gehalten wurde, Winterstarre auch dort. Mit beginnender Necrose und Nierenschafen und konnte kaum laufen, so kam sie hier an. Und sie hatte sich so gut gemacht in den Jahren. Erstmal mit Schmerzmittel versorgt, wurden dann unter Kurznarkose die Wunden gesäubert. Wobei raus kam, dass nicht nur die Vorderbeine, sondern auch die Hinterbeine und die Kloake etwas abbekommen hatten. Antibiotikagabe und gegen den Schock, wurde sie auch behandelt. Dann am nächsten Tag unter Vollnarkose die Wunden vernäht und das schlimme Bein versucht zu erhalten. Meine TÄ hat alles getan um sie zu retten. Heute am Freitag habe ich sie nun nach Hause bekommen. Sie muss den ganzen Sommer oder zumindest eine lange Zeit nur auf Zewa sitzen und die Box muss mit Fliegennetz gesichert sein. Geröntgt wurde sie auch und es sind zumindest im Moment keine beschalten Eier drin. Ich hoffe sie hat die schon gelegt, dass da nichts mehr kommt. Ansonsten wäre das nächste Problem noch eine evtl. Legenot. Alle zwei Tage jetzt erstmal Antibiotika spritzen und einmal die Woche zur TÄ. Es kann immer noch zu Problemen kommen, so dass das Bein amputiert werden muss oder sie sogar eingeschläfert werden muss.

Hier die Bilder nach der OP.


Vor allem die Vorderbeine waren ganz schlimm zugerichtet. Vor dem Nähen und wieder herstellen, sah es noch viel schlimmer aus. Links war das Fleisch bis zum Knochen weg. Der Knochen und das Gelenk waren rundum frei gelegt. Rechts war auch alles offen, aber es fehlte nicht so viel. Man sieht aber die blauen Fäden. Ganz zu darf es nicht wegen der Keime. Momentan suppen die Wunden auch noch, aber sie bluten nicht mehr.

   
Hier die Hinterbeine, auch mit Löchern. Als ich sie fand war sie so eingezogen, dass ich das garnicht gesehen habe. An der Kloake war auch noch eine kleine Verletzung.

Momentan sitzt sie noch in einer kleineren Wanne auf Zewa und mit Fliegennetz oben drüber. Das ist meine größte Sorge, dass da noch Maden dran kommen. Wenn es ihr etwas besser geht bzw. die Wunden mehr verschlossen sind, dann bekommt sie einen größere Wanne mit 90 cm Durchmesser und natürlich auch Fliegennetz drüber.
Mommentan alle 2 Tage Antibiotika und auf die Wunden Augentropfen, damit das Gewebe sich besser regeneriert.



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Was mache ich jetzt mit den Verursachern? Bei den Babys kommt da mittlerweile von Spitzmaus, Hausmaus oder was da sonst für Mäuse irgendwo reinkommen können bis zur Ratte, alles in Frage. Mittlerweile ist mir auch aufgefallen, dass eine Ratte durch das Außengehege der Semiadulten, was nur mit Netz gesichert ist, durch die falsch verschlossene Tür (da war 2-3 Tage eine kleine Lücke) ins Gewächshaus gekommen sein könnte.
Bei der adulten Steppe war es sicher eine Ratte. Wir haben hier auch Marder und mein Mann hat gestern noch ein Mauswiesel gesehen. Wobei die Mauswiesel wohl ehr die Mäuse und Ratten fressen.

Im Gewächshaus habe ich nun Schlagfallen für Mäuse. Die Neuen mit den Köderboxen, wo Hunde, Katzen und andere Tiere wie die Schildkröten (wobei da ja keine Schildkröten mehr drin sind in dem Gehege) nicht dran können, sondern nur Nager die an der Futterklappe kratzen. Nutella soll angeblich für alle Mausarten (auch Spitzmäuse) und auch Ratten sehr verlockend sein. Eine Ratten-Lebendfalle habe ich auch geholt. Aber nur -lebend- um sie dann zu vergiften. Ich will aber keine Giftköder frei aufstellen, da ich nicht möchte, dass meine Hunde, Nachbarskatzen oder andere nützliche Wildtiere evtl. vergiftete Ratten oder Mäuse fressen. Die vergifteten Ratten sollen dann in die Restmülltonne. Bis jetzt aber noch nichts gefangen. Aber eine Ratte morgens um 6 Uhr durch den Garten flitzen sehen.

Ich kann Nachts schon nicht mehr schlafen, lasse die Hunde stündlich raus in den Garten und laufe selbst noch ein paarmal mit Taschenlampe rum, um blos kein Tier draußen zu vergessen.

Das neue große 6 mm Gewächshaus habe ich mir eigentlich angeschafft, damit die Tiere im Sommer auch hier übernachten können, aber das kann ich jetzt auch vergessen. Damit das Geschleppe jetzt nicht wieder losgeht und ich die restlichen Tiere nicht alle reinholen muss, habe ich nun alle Korkhöhlen raus genommen, damit sie dort keine Deckung mehr haben (soll ja auch nur zum Sonnen und Eier legen sein). Außerdem wird abends noch mal frisch gefüttert im großen Gewächshaus, damit möglichst alle lernen, dass sie abends wieder rein kommen wo es sicher ist.



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