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Die artgerechte Ernähung
Europäischer Landschildkröten

Die Ernährung sollte aus Wildkräutern bestehen. Früher wurde an die Tiere alles mögliche gefüttert, wie z.B. Obst, Gemüse, Salate, Hunde-u.Katzenfutter, sogar Nudeln und Kartoffeln, Weisbrot und auch Fertigfutter aus dem Zoogeschäft. Auch konnte man in manchen meist älteren Büchern lesen, das auch gelegentlich Fleisch verfüttert werden sollte.

Diese Futterarten haben entweder zu viel Eiweiss und schädigen Leber und Nieren oder z.B. beim Obst wird durch den enthaltenen Fruchtzucker die Darmflora geschädigt. Durchfälle sind dann oft die Folge. Weicher Kot gibt dann auch wieder Würmern und Einzellern guten Nährboden.

Wenn man etwas logisch darüber nachdenkt was wohl im Habitat der Tiere wächst, sollte man auch von selbst darauf kommen, was Schildkröten fressen sollten. Wenn sie da auch mal einen Wurm oder eine Schnecke fressen, was warscheinlich sehr selten ist, dann war es das schon mit tierischem Eiweis. Einen Wurm finden sie ja auch mal im Freigehege bei uns. Schnecken fressen manche Schildkröten auch schon mal, aber damit können sie sich auch das Maul verkleben. Im Habitat sind die Pflanzen auch ehr mager durch den kalkreichen Boden. Zudem ist im Sommer alles trocken und sie finden nur getrocknete Kräuter. Obst bekommen sie dort auch nicht. Sollte mal ein Tier in eine Melonenplantage einfallen, dann bekommt sie gleich einen Stein auf den Panzer. Damit hat sich die Sache mit der Darmflora dann auch erledigt. Schildkröten gelten in den Ursprungsländern als Landwirtschafts-Schädlinge und werden dort oft erschlagen, vergraben, verbrannt, ertränkt oder überfahren.

Die Ernährung sollte also aus verschiedenen Wildkräutern (nicht Küchenkräuter sondern Unkraut) bestehen. Alle Wildkräuter die nicht giftig sind, können angeboten werden. Am besten man pflanzt und sät sie direkt im Freigehege an. Wobei ich lieber erwachsenen Pflanzen irgendwo ausgrabe und dann im Gehege einpflanze. Dann hat man schon alte Pflanzen und  muß nicht warten bis das Gesäte fest genug ist, damit es die Tiere nicht gleich mit samt der Wurzeln ausreißen. Außerdem sind ältere Pflanzen nicht so eiweißreich wie frische gewachsene.

Abwechslungsreich sollte es sein, denn Schildkröten sind Weidegänger. Sie beissen mal hier und mal da ab und ernähren sich daher in der Natur auch sehr  abwechslungsreich.

Die Wildkräuter kann man auch trocknen und daraus Kräuterheu herstellen. Das fressen die Tiere sehr gern zwischendurch und man kann es immer zur Verfügung stellen. Man muß bedenken, das die Tiere im Habitat im Sommer nur trockene Kräuter vorfinden. Wenn sie das ganze Jahr über frische Kräuter fressen, wachsen sie auch wieder zu schnell.



Teilweise habe ich auch Wildkräuter in Pflanzsteinen angepflanzt, damit sie nicht so schnell aufgefressen werden. Die Tiere können nur das abfressen was runter hängt. So werden die Pflanzen geschützt












 

Der kleine Teich ist mit Pflanzsteinen umrandet, bzw. es befindet sich der Teich in den Pflanzsteinen. Sie sind 60 cm hoch (zwei Steine übereinander), damit die Tiere auf keinen Fall in den Teich hinein fallen können. Auch hier sind viele Wildkräuter angepflanzt. Im Vordergrund sieht man die Weinranken, die sich auch im Gehege befinden. Alles was weit genug am Boden ist, wird von den Tieren abgefressen.



Rechts sehen Sie Malven und Pfennigkraut und in der Mitte einen Johannisbeer-Busch. Johannisbeerblätter fressen sie auch, genauso wie Himbeer und Brombeerblätter. Wobei ich da am liebsten die Dornlosen nehme.
Die weissen Blumen in der Mitte fressen sie nicht, sie sind nur zur Deko. Es ist eine kleine Astern-Art und das Laub stinkt, das mögen sie nicht.


Kalziumreich sollten die Pflanzen sein. Deshalb ist es ratsam, im Gehege Kalksteinbruch einzubringen. Durch den Kalksteinbruch wird der Boden kalkreicher und damit auch die Pflanzen die darauf wachsen. Außerdem wachsen auf kalkreichem Boden die Wildkräuter besser. Lesen Sie auch unter  -Meine Freigehege-.  Im Kalksteinbruch können sich die Pflanzen auch besser festhalten. Wenn die Schildkröten dann abbeissen, bleiben die Wurzeln meisten erhalten. Im normalen Boden reissen sie die jungen Pflänzchen samt den Wurzeln aus.

Ergänzen sollte man den Kalziumbedarf noch mit Sepia-Schalen und mit zerstoßenen Schalen von gekochten Eiern. Dieses wird nicht über das Futter gestreut, sondern den Tieren separat zur Verfügung gestellt. Die Sepia kann man im Gehege verteilen. Ich breche sie immer durch, damit die Tiere eine bessere Abbiss-Stelle haben. Die Eierschalen kann man in einer kleinen Schale ins Frühbeet oder Gewächshaus stellen. Wenn die Tiere Bedarf haben, dann bedienen sie sich schon daran.





Rechts der Salbei wird nicht gefressen. Pflanzen mit ätherischen Ölen meiden die Tiere. Es muß da aber z.B. beim Salbei verschiedene Arten geben. Ich hatte auch schon mal einen Salbei den sie sofort abgefressen und niedergemacht haben. In der Mitte die Rosen, davon fressen sie gern die Blätter und die Blüten. Blüten und Blätter kann man auch gut trocknen und mit in das Kräuterheu geben.



Spitzwegerich und Malven sind einige der Lieblingspflanzen meiner Schildkröten.




Topinambur hat im Boden knollenartige Wurzeln, die man wie Süßkartoffeln essen kann. Das Laub und die Blüten sind gutes Schildkrötenfutter. Am liebsten fressen sie die frischen Triebe im Frühjahr ab. Dann schütze ich einen Teil der Pfanzen mit einem Kunststoffring bis sie ca. 60 cm hoch sind. Dann können die Tiere immer mal einen Trieb abfressen.  Es gibt verschiedene Sorten Topinambur, die auch verschiedene Endgrößen bekommen. Eine davon wird über 2 Meter hoch. Im Herbst bekommen die Pflanzen bei mir oft Mehltau, deshalb habe ich mich entschieden sie nicht mehr auswachsen zu lassen und sie an die Tiere zu verfüttern, bevor der Mehltau daran kommt.

  



In allen Gehege befinden sich mehrere Hibiskus-Sträucher. Die Tiere sind ganz wild auf die Blüten. Sie blühen immer nur einen Tag und fallen dann ab. Morgens gehen die Schildkröten erstmal zu den Sträuchern und sehen nach, was über Nacht runtergefallen ist. 




In der Mitte hinten das Rosafarbene in dem Pflanzstein ist eine Sedum Art (gibt es in verschiedenen Größen und Farben z.B. auch in gelb). Sedum hat je nach Art mehr oder weniger Oxalsäure. Weil es nicht gut ist wenn die Tiere davon zu viel fressen, sie es aber sehr gern mögen, bekommen sie nur gelegentlich etwas davon. Wenn sie es zur freien Verfügung hätten würden sie alles wegfressen. Bei zu viel davon, können sie eine Oxalsäure-Vergiftung bekommen.

 
          Dieses ist ein Storchschnabel.                Hier ein Johannisbeer-Strauch. Im      
        Mögen sie aber nicht. Es gibt aber        Spätsommer sieht er schon etwas 
        verschiedene Arten. Oder vielleicht       abgeerntet aus. Gelegentlich reisse
        fressen sie es wenn es nichts               ich einige Blätter ab und werfe sie
        anderes gibt.                                     einfach ins Gehege.


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Agrobs
Damit die Tiere nicht zu eiweisreich ernährt werden, gibt es gelegentlich Agrobs. Agrobs sind extra für Schildkröten angebaute Wildkräuter die dann getrocknet und zu Cobs gepresst werden. Sie mögen es nicht allzu gern und die meisten Halter sagen das ihre Tiere es nicht mögen. 

Bei den adulten Tieren lege ich es so, das ich sie bei anhaltendem Schlechtwetter für 2 Tag im Gewächshaus lasse.
Wenn ich Agrobs verfüttere, dann bekommen die Tiere am Vortag nichts Frisches mehr. Am nächsten Tag bekommen sie dann in ein Schälchen Wasser die Cobs frisch eingeweicht. Die Tiere trinken erst das Wasser, weil es mit den Kräutern drin wohl besser schmeckt. Sobald die Cobs anfangen sich aufzulösen, fangen sie dann an die sich ablösenden Fasern abzuknabbern. Am nächsten Tag kann man noch mal etwas Wasser drauf giessen, aber meistens laufen sie dann nur noch da durch. Es wird auch sehr schnell schimmelig. Was also am übernächsten Tag nicht gefressen ist, sollte man entfernen.


  
Sogar die Schlüpflinge fressen schon Agrobs. Ich nehme für alle Tiere, auch für die ganz Kleinen, Agrobs Testudo Herbs.

   

Auch Tiere die lange Zeit falsch ernährt wurden, wie oben die Thh und unten die bucklige Tm, fressen Agrobs. Wobei das schon oben beschiebene selbst getrocknete Kräuterheu natürlich vorgezogen wird. Testudo marginta fressen überhaupt sehr gern Agrobs und getrocknete Kräuter. Sie fressen auch noch die Rest von den boettgeri mit, was die übrig gelassen haben.





Für den Notfall im Frühjahr
Wenn die Schildkröten schon zeitig im Frühjahr wach sind und man noch nicht so viele Futterpfanzen finden kann, dann kann man auch auf die den Catalonia zurück greifen. Das ist kultivierter Löwenzahn. Ich bekomme ihn bei einem Türkischen Gemüsehändler hier in der Nähe. Er bringt den Catalonia extra auf meine Bestellung hin vom Großhandel mit. Hier mal ein paar Abbildungen.


















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