RhB: Zusatzfahrten am Autoverlad Vereina bei Wintereinbruch

 

Die Rhätische Bahn (RhB) wird in Zukunft bei plötzlichen Wintereinbrüchen ihren Fahrplan am Autoverlad Vereina jeweils abends verlängern. In Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt Graubünden (TBA) und der Kantonspolizei (Kapo) Graubünden hat die RhB ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Bei Ankündigung von starkem Schneefall in tiefere Lagen wird der Fahrplan am Autoverlad jeweils um drei Stunden, bis um Mitternacht, verlängert. Diese Verlängerung wurde jetzt erstmals für den Freitag, 1. September 2017, und den Samstag, 2. September 2017, beschlossen. 

Mit der Verlängerung des Fahrplans wird eine Möglichkeit geschaffen, dass auch unvorbereitete oder überraschte Fahrzeuglenker ohne Winterausrüstung oder Schneeketten das Engadin noch zu später Stunde erreichen bzw. verlassen können ohne die winterlichen Pässe befahren zu müssen. Wintereinbrüche im Sommer sorgen für Verkehrsbehinderungen und können zu gefährlichen Situationen auf den Strassen führen. Ein längerer Betrieb am Vereina soll Verkehrsteilnehmer dazu bewegen, ihr Auto für die Fahrt ins oder aus dem Engadin zu verladen. Bei Ankündigung von Schneefall wird der Betrieb am Autoverlad Vereina analog dem Winterfahrplan bis um Mitternacht geführt. Die letzte Abfahrt in Klosters-Selfranga ist mit der Verlängerung um 23.50 Uhr (statt 20.50 Uhr) und in Sagliains um 0.20 Uhr (statt 21.20 Uhr). Die Vorlaufzeit für die Verlängerung beträgt jeweils 24 Stunden.

Bei einer Verlängerung der Betriebszeit am Autoverlad Vereina werden die Verkehrsteilnehmer über die üblichen Informationskanäle des Strassenverkehrs sowie auf der Internetseite der RhB, unter www.rhb.ch/autoverlad informiert.

Quelle: Rhb


           

SBB: ETR 610 wird revidiert

Die gesamte Flotte der 19 Neigezüge des Typs ETR 610 wird für insgesamt rund 90 Millionen Franken aufgerüstet und revidiert. Grössere Gepäckablagen, eine Familienzone, moderne Toiletten, neue Technik und ein besserer Mobilfunkempfang verbessern den Reisekomfort und die Zuverlässigkeit auf der Nord-Süd-Achse. Die Lieferantin Alstom startet nun mit den Arbeiten in Savigliano (Italien).

Die Fahrzeuge des Typs ETR 610 der ersten Serie erreichen eine Laufleistung von 2,5 Millionen Kilometer und müssen daher in die erste grosse Revision. Mit der gleichzeitigen Aufrüstung der sieben Züge aus der ersten Serie auf den Standard der zweiten Serie, werden Komfort und Technik der gesamten ETR 610 Flotte vereinheitlicht. Die Züge der ersten Serie erhalten ebenfalls grössere Gepäckablagen, eine Familienzone, moderne Toiletten sowie eine Brandunterdrückungsanlage.

Einmalige Synergien bei Alstom

Alle 19 Züge werden bis 2020 schrittweise revidiert und dabei mit neuer Technik ausgestattet, die unter anderem auch für besseren Mobilfunkempfang mit Signalverstärkern und WiFi sorgt. Die Revision und die Aufrüstung erfolgt im Werk von Alstom. Die Firma hat bereits die Revision der ETR 610 für Trenitalia vorgenommen und abgeschlossen, so dass sie das daraus gewonnene Know-how in die Revision der ETR 610 der SBB einfliessen lassen kann. Kostenpunkt für die gesamte Aufrüstung und Revision: rund 90 Mio. Franken.

Seit Frühling 2017 ist Flotte komplett

Die sieben Züge der ersten Serie stammen aus der Zeit der ehemaligen Betreibergesellschaft Cisalpino: Ab Ende 2009 wurden die Züge durch SBB und TI getrennt betrieben. So verkehren in der Schweiz auch sieben ETR 610-Züge der Trenitalia. Im Jahr 2012 bestellten die SBB acht zusätzliche ETR 610 (RABe 503) und 2015 folgte eine Nachbestellung von vier weiteren Zügen. Seit Frühling 2017 ist die Flotte der SBB komplett.

Die Zuverlässigkeit der ETR 610 konnte im letzten Jahr dank einer Taskforce deutlich gesteigert werden. Die aufgetretenen Qualitätsprobleme bei der Neigetechnik, den Schiebetritten und den Küchengeräten konnten weitgehend behoben werden. Die Taskforce läuft parallel zu den Arbeiten in Savigliano weiter bis 2018.

Quelle: SBB


   Revision bei Alstom: Die 19 Züge des Typs ETR 610 werden aufgerüstet und revidiert



SBB: Konzessionsgesuch für 15 Jahre eingereicht

Die SBB hat heute beim BAV die Erneuerung der schweizweiten Fernverkehrskonzession für weitere 15 Jahre beantragt. Der Antrag der SBB entlastet Bund und Kantone um jährlich bis zu 30 Mio. Franken. In den letzten zehn Jahren hat die SBB den nationalen Fernverkehr erfolgreich geplant, produziert und zum Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs der Schweiz entwickelt. Die Kundenzufriedenheit konnte laufend gesteigert werden. Zur Neuvergabe der Fernverkehrskonzession hatte das BAV einen Wettbewerb der Ideen lanciert; im Februar wurden die Gespräche dazu am runden Tisch mit dem BAV und den Bahnen ohne Ergebnis beendet. Die SBB hat die Gespräche weitergeführt und konnte mit der SOB Anfang Juli eine Einigung erzielen. Die BLS ist nicht auf das SBB Kooperationsangebot eingetreten. Die SBB ist auch jetzt zu einer Kooperation bereit, wenn diese unter einer schweizweiten Konzession erfolgt. Dabei muss für Kunden ein deutlicher Mehrwert resultieren, die Gesamtsystemkosten dürfen nicht steigen, und die betriebliche Machbarkeit muss gewährleistet sein. 

In den vergangenen zehn Jahren hat die SBB im Rahmen der schweizweiten Konzession den Fernverkehr aus einer Hand geplant und auf dem weltweit höchstbelasteten Mischverkehrsnetz erfolgreich produziert. Der Fernverkehr auf der Schiene ist heute sicher und pünktlich, zudem sind Regional- und internationaler Verkehr optimal in das System eingebunden. Die Züge des SBB Fernverkehrs fahren pro Tag 188 000 Kilometer. Dabei legen die Kunden täglich rund 37.1 Mio. Kilometer zurück. Die Kundenzufriedenheit mit dem Fernverkehr der SBB ist auf einem neuen Höchststand. Die SBB beantragt deshalb beim BAV die Erneuerung der schweizweiten Fernverkehrskonzession für weitere 15 Jahre. Integraler Bestandteil des Antrags bildet die Kooperation mit der SOB. Durch die Integration der heutigen Regionalverkehrs-Linien St.Gallen–Chur und Bern–Neuchâtel–La Chaux de-Fonds in den Fernverkehr sowie des Halbstundentakts Basel–Biel ab 2022 entlastet die SBB den Bund und Kantone um bis zu 30 Mio. Franken pro Jahr.

Weiterentwicklung des Fernverkehrs: Top-Leistung für unsere Kunden

Die SBB stärkt den Fernverkehr der Schweiz mit der Konzessionseingabe weiter und schafft Mehrwert für Kunden, den Öffentlichen Verkehr der Schweiz, die Kantone und den Bund. Mit integrierter Planung, Steuerung und Betrieb aus einer Hand wird ein landesweit gleichwertiges Angebot unter Einbezug aller Kantone geschaffen. Kunden werden künftig öfter, direkter, schneller, bequemer und einfacher unterwegs sein. Die SBB führt dazu das Erfolgsmodell des Taktfahrplans weiter und bietet in Zukunft jede halbe Stunde und in Ballungsgebieten mit hoher Nachfrage jede Viertelstunde Verbindungen an. Mit dem neuen Fernverkehrs-Doppelstockzug und dem Hochgeschwindigkeitszug Giruno werden Reisende von mehr Sitzplätzen profitieren. Zusätzlich sorgt die neue Nummerierung der Fernverkehrslinien für mehr Orientierung. Die SBB verspricht ihren Kunden mit dem Konzessionsgesuch eine Top-Leistung. Gleichzeitig setzt sich die SBB dafür ein, die Preise im Öffentlichen Verkehr im Durchschnitt bis mindestens 2020 stabil zu halten, unter anderem durch die konsequente Umsetzung des laufenden Effizienzprogramms «RailFit20/30».

Die SBB beantragt die schweizweite Fernverkehrskonzession für die Dauer von 15 Jahren. Denn die SBB hat bereits 0,8 Mrd. Franken für diesen Zeithorizont in neues Fernverkehrsrollmaterial investiert und für rund 2,5 Mrd. Franken Rollmaterialbestellungen ausgelöst. Zusätzlich werden aktuell rund 250 Mio. Franken in den Ausbau der Unterhaltsanlagen für die neuen Züge und damit in zusätzliche Industriearbeitsplätze und den Standort Schweiz investiert. Deshalb ist die SBB auf langfristige Planungs- und Investitionssicherheit angewiesen.

Die SBB ist bereit für den Fahrplanwechsel vom 10.12.2017

Das BAV wird bis spätestens Anfang Dezember 2017 die Fernverkehrskonzession neu vergeben. Die SBB behält sich vor, je nach Ausgang des Konzessionsverfahrens, Anträge für einzelne Linien anzupassen oder gegebenenfalls zurückzuziehen. Falls das notwendige Gleichgewicht zwischen rentablen und unrentablen Fernverkehrslinien nicht gewährleistet ist, wäre die SBB nicht in der Lage, die heutigen Regionalverkehrs-Linien St. Gallen–Chur (Rheintal Express), Bern–Neuchâtel–La Chaux de-Fonds sowie den Halbstundentakt Basel-Biel ab 2022 wie geplant in den Fernverkehr aufzunehmen.

Die SBB ist überzeugt, dass sowohl heute als auch in Zukunft nur gemeinsame Lösungen im zunehmend intermodalen Wettbewerb für alle Beteiligten einen Mehrwert schaffen. Die Vorbereitungen für den kommenden Fahrplanwechsel laufen auf Hochtouren – die SBB wird das heute eingereichte Konzept ab 10.12.2017 fahren können.

Kooperation statt Scheinwettbewerb, der kaum zusätzlichen Kundennutzen bringt

Im Februar 2017 wurde der runde Tisch unter der Leitung des BAV über die Neuverteilung der Bahn-Fernverkehrslinien ohne Ergebnis beendet. Die SBB hat die Gespräche mit der SOB und der BLS einzeln weitergeführt. Anfang Juli haben die SOB und die SBB eine langfristige Zusammenarbeit beschlossen. Die SOB wird ab Dezember 2020 im Rahmen der SBB Fernverkehrskonzession zwei Linien mit eigenem Rollmaterial und im Co-Branding fahren: Zürich–Zug–Arth-Goldau– bzw. Basel–Olten–Luzern–Gotthard-Panoramastrecke–Bellinzona–Locarno/Lugano sowie Bern–Burgdorf–Langenthal–Olten–Zürich–Pfäffikon–Ziegelbrücke–Sargans–Chur.

Die BLS ist nicht auf das SBB Kooperationsangebot eingegangen. Die SBB ist weiterhin zu Kooperationen bereit, wenn diese unter einer schweizweiten Konzession erfolgen, diese deutlichen Mehrwert für die Kunden schaffen, die Gesamtsystemkosten nicht steigen und die betriebliche Machbarkeit gewährleistet ist. Bei einer möglichen Aufteilung der Konzession wäre das Gegenteil der Fall: die SBB schätzt, dass durch Ineffizienzen die Gesamtsystemkosten um 15 bis 20 Mio. Franken pro Jahr steigen würden. Hinzu kommen hohe Umstellungskosten im Umfang von 20 bis 40 Mio. Franken. Zudem müssten mehrere hundert Mitarbeitende den Arbeitgeber wechseln. Es käme zu einem Scheinwettbewerb, der kaum mehr Kundennutzen bringt, dafür aber erhebliche Mehrkosten verursacht. Das heutige Gleichgewicht zwischen rentablen und unrentablen Linien wäre nicht mehr gewährleistet. Auch würde eine Aufteilung der Konzession auf mehrere Bahnen im gleichen System den politisch gewollten Kooperationsansatz im Öffentlichen Verkehr der Schweiz gefährden. Der Systemwechsel würde der Konkurrenz aus dem Ausland die Türen zum nationalen Fernverkehr öffnen.

Quelle: SBB

   

BLS: Mehr Bahn und neue Züge

Die BLS hat ein Konzessionsgesuch für zwei Intercity- und drei RegioExpress-Linien eingereicht. Diese Linien sollen schrittweise ab 2020 mit neuen Zügen und attraktivem Service bedient werden. Damit folgt die BLS der Einladung des Bundes, sich an der Marktöffnung im Schweizerischen Eisenbahnfernverkehr aktiv zu beteiligen. Ziel ist es, das Bahnsystem mit Wettbewerb zu beleben und gegenüber der heutigen Monopolsituation einen spürbaren Mehrwert für die Fahrgäste zu schaffen. Die BLS ist dabei weiterhin an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der SBB interessiert. Mit dem Wiedereinstieg in den Fernverkehr würde die BLS 290 neue Stellen schaffen.   Die BLS AG beantragt beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eine Konzession für fünf Linien im Fernverkehr. Sie möchte, eingebettet in ihr bisheriges Netz, künftig zwei Intercity- sowie drei RegioExpress-Verbindungen betreiben. Sie will dadurch die Hauptstadtregion Bern und die Regionen Berner Oberland/Oberwallis, Olten/Basel sowie die Romandie optimal mit modernen Zügen und hochstehendem Service verbinden. Die Wirtschaftlichkeit der beantragten Angebote und das BLS-Potenzial wurden sorgfältig geprüft und bestätigt. Beides wäre auch bei einer weitergehenden Lösung erfüllt gewesen. Seit der Übernahme BLS-Fernverkehrs im Jahr 2004 hält die SBB in diesem Bereich eine Monopolstellung. Mit dem Auslaufen der meisten Konzessionen per Dezember 2017 erarbeitete die BLS nach der Einladung durch das BAV eigenständige Konzepte für eine Mehrbahnenlösung im Fernverkehr.

Mehrwert dank gesundem Wettbewerb

Gleichzeitig fanden intensive Gespräche mit der SBB über eine mögliche Kooperation statt. Eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten beider Unternehmen einigte sich auf eine Konsenslösung, der auch die Verwaltungsratspräsidien von SBB und BLS zustimmten. Diese sah eine Kooperation auf einzelnen Linien unter Konzession der BLS vor. Davon nahm die SBB jedoch wieder Abstand. «Ausgehend von unserem ursprünglichen Konzept mit Linien via Aarau, Zürich in die Ostschweiz haben wir grosse Schritte auf die SBB zu gemacht und uns auf den Betrieb von fünf Fernverkehrslinien beschränkt. Wir sind der festen Überzeugung, dass der Einzug von Wettbewerb das Bahnsystem belebt, neue Impulse schafft und letztlich den Fahrgästen zugutekommt», sagte BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli vor den Medien. Mit ihrem Konzessionsgesuch offeriert die BLS im Grundsatz das von Fachleuten beider Unternehmen erarbeitete Konzept. «Es ist eine Konsenslösung, die wir weiterhin gemeinsam mit der SBB umsetzen könnten», erklärte Stämpfli, der damit die Gesprächsbereitschaft der BLS für Kooperationslösungen unter je eigenen Konzessionen bekräftigte. «Die Nutzer des öffentlichen Verkehrs, die Regionen und die Steuerzahlenden profitieren davon, wenn sich die Bahnen zu besserer Leistung motivieren», sagte Rudolf Stämpfli. Dennoch sei ebenso klar: «Die bewährte Zusammenarbeit in betrieblichen, koordinierenden Bereichen und in Gesamtverkehrsfragen muss gewährleistet bleiben.» Der Verwaltungsrat der BLS hat sich nach sorgfältiger Abwägung der Interessen des Unternehmens und des Gesamtsystems für eine dosierte Marktöffnungs-Variante entschieden und auf eine Ausschöpfung des maximal möglichen Rahmens verzichtet. «Damit beweisen wir, dass es möglich ist, dank Wettbewerb das System zu stärken, ohne den nach wie vor dominierenden Akteur zu schwächen. Das ist eine klassische Win-win-Situation», sagte Stämpfli weiter.

BLS beantragt schrittweisen Ausbau des Angebots

Die BLS beantragt beim BAV abgestimmt auf die geplanten und notwendigen Infrastrukturausbauten für den STEP Ausbauschritt 2025 eine schrittweise Umsetzung ihres Konzepts:

Intercity-Linien:

(beide Linien mit jeweils neuen Fernverkehrszügen)

RegioExpress-Linien im Fernverkehr:

Mehrwert für die Fahrgäste dank Service und neuen Zügen

Die BLS will die beantragten Strecken für die Bahnkunden mit neuen Zügen bedienen. Sie rechnet dazu mit Investitionen von rund 495 Mio. Franken in neue Intercity- und zusätzliche neue MUTZ RegioExpress-Züge. Die Investitionen ins Rollmaterial erfolgen eigenwirtschaftlich, sie belasten Bund und Kantone nicht zusätzlich. Die Kunden in allen Fernverkehrs-Zügen der BLS sollen von persönlicher Reisebegleitung, der Möglichkeit zum Ticketkauf sowie von einem zeitgemässen Verpflegungs-angebot profitieren. Die BLS will ihren Fahrgästen und besonders auch Touristen eine hochwertige, stabile Datenverbindung ermöglichen, beispielsweise auf Basis von WLAN. Zudem hat die BLS als erste Schweizer Bahn mit Industriepartnern und der EPFL Lausanne in vielen Zügen bereits spezielle Fenster für den störungsfreien Mobilfunkempfang eingebaut. «Das Preis-Leistungsverhältnis ist besonders wichtig für die Kunden im öffentlichen Verkehr, der in Konkurrenz zum Strassenverkehr steht. Deshalb wollen wir den Fahrgästen moderne Züge und einen hochwertigen Service bieten», erklärte Bernard Guillelmon, Vorsitzender der BLS-Geschäftsleitung.

Entlastung der öffentlichen Hand dank Synergien

Dank der neuen Fernverkehrslinien könnte die BLS ihr Potenzial optimal ausschöpfen und Ressourcen wie Rollmaterial wirkungsvoller einsetzen. Weil sich die beantragten Linien ideal ins bestehende BLS-Netz einfügen, kann die BLS das von den Kantonen mitfinanzierte Regionalverkehrs-Angebot (RegioExpress und S-Bahn) in enger Abstimmung mit den Kantonen ausbauen und effizienter betreiben. «Davon profitieren nicht nur die Bahnkunden, sondern ebenso die öffentliche Hand», erläuterte Bernard Guillelmon. Denn die Abgeltungen der öffentlichen Hand pro angebotenen Zugkilometer im Regionalverkehr liessen sich dank der Synergien ab dem Jahr 2020 spürbar senken.

BLS wächst moderat, SBB dagegen überproportional

Da das Angebot im Fernverkehr mit dem STEP Ausbauschritt 2025 gesamthaft zunehmen wird, wächst auch die SBB ungeachtet der BLS im Fernverkehr überproportional weiter. Gemäss ihren eigenen Angaben rechnet die SBB bis ins Jahr 2030 auf ihren Fernverkehrslinien mit einem Nachfragewachstum von bis zu 78 Prozent. «Wir beantragen also ein kleines Stück des ohnehin stark wachsenden Kuchens. Wir sind bereit, eine stärkere Mitverantwortung zur Verbesserung des Gesamtsystems zu übernehmen», sagte Rudolf Stämpfli. Gleichzeitig werde dadurch die Konkurrenzfähigkeit des ÖV-Gesamtsystems in der Schweiz mit Blick auf den internationalen Wettbewerb gestärkt.

Fundierte Berechnungen der BLS und externer Fachleute haben bestätigt, dass die BLS ihre beantragten Fernverkehrslinien rentabel betreiben kann. Die BLS hat dem BAV hierzu einen umfassenden Businessplan eingereicht. Mit dem optimierten Konzept der BLS ist auf drei der fünf Linien mit Ertragsüberschüssen zu rechnen. Diese Erträge sind wichtig, weil die bisherige BLS-Regionalverkehrslinie La Chaux-de-Fonds–Neuchâtel–Bern künftig dem Fernverkehr zugeordnet wird. Sie ist stark defizitär und wird künftig nicht mehr subventioniert. Der Wegfall dieser Linie hätte schmerzliche Einbussen für die BLS zur Folge. Somit ist das Gesuch auf ein ausgewogenes Verhältnis von rentablen und unrentablen Linien ausgelegt. Auch die Aufbaukosten und Investitionen sind für die BLS langfristig finanzierbar; sie generieren einen höheren Gesamtnutzen, ohne die öffentliche Hand zusätzlich zu belasten.

Moderates Wachstum mit 290 neuen Arbeitsplätzen bei der BLS

Falls die BLS die Konzession für die beantragten Fernverkehrslinien erhielte, könnte das Unternehmen in den nächsten vier Jahren schrittweise und moderat wachsen. Mit dem Wiedereinstieg in den Fernverkehr würde die BLS in den nächsten Jahren rund 290 Vollzeitstellen schaffen. Heute beschäftigt die BLS AG über 3'100 Mitarbeitende. «Wir haben einen guten Gesamtarbeitsvertrag und bieten darüber hinaus attraktive, familienfreundliche Arbeitsbedingungen», sagte Bernard Guillelmon. Die BLS geht davon aus, dass sie den Personalaufbau durch eigene Ausbildungen und ordentliche Stellenausschreibungen vollziehen kann. Da die SBB angesichts des Angebotsausbaus im Fernverkehr ebenfalls stark weiterwachsen und deutlich mehr Zugkilometer anbieten wird, ist davon auszugehen, dass bei der SBB keine Stellenreduktionen aufgrund des BLS-Fernverkehrsgesuches notwendig sein werden.

Quelle: BLS


Die BLS hat ein Konzessionsgesuch für zwei Intercity- und drei RegioExpress-Linien eingereicht. Diese Linien sollen schrittweise ab 2020 mit neuen Zügen und attraktivem Service bedient werden. Damit folgt die BLS der Einladung des Bundes, sich an der Marktöffnung im Schweizerischen Eisenbahnfernverkehr aktiv zu beteiligen. Ziel ist es, das Bahnsystem mit Wettbewerb zu beleben und gegenüber der heutigen Monopolsituation einen spürbaren Mehrwert für die Fahrgäste zu schaffen. | Foto: BLS            


                                                                 Aktuallisiert:15.09.2017



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