Regional- und Fernbahnhalt Stuttgart:


Die Einrichtung eines Regional- und Fernverkehrshalts in Stuttgart-Vaihingen könnte nach den Worten von Verkehrsminister Winfried Hermann dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der und um die Landeshauptstadt einen spürbaren Zuwachs an Fahrgästen bringen. An jedem Werktag könnten zwischen 2.450 und rund 3.060 Personen mehr in Stuttgart-Vaihingen ein- bzw. aussteigen, wie ein Gutachten der PTV Transport Consult GmbH ergab. Die prognostizierte Steigerung um 11 bis 14 Prozent zeige, dass das zusätzliche Verkehrsangebot an diesem bereits rege genutzten Bahnhof gut angenommen würde, sagte Minister Hermann am Mittwoch, 19. März 2014 in Stuttgart.

Interesse am Regional- und Fernbahnhalt ist groß

Er fügte hinzu: „Der Regional- und Fernbahnhalt in Stuttgart-Vaihingen würde sich auch gut in das mit Landeshauptstadt, Verband Region Stuttgart und den umliegenden Landkreisen vereinbarte Konzept zum Ausbau des ÖPNV einfügen. Die Daten der Studie belegen, dass es ein großes Interesse der Fahrgäste an einem Regional- bzw. Fernbahnhalt gibt. Dieser würde aufgrund bereits vorhandener guter Umsteigemöglichkeiten zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln die Chance bieten, mehr Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Nun sollten wir gemeinsam mit den S-21-Projektpartnern weiter prüfen, unter welchen Bedingungen die Umsetzung eines Ausbaus des Bahnhofs Stuttgart-Vaihingen möglich ist und dabei auch einbeziehen, wie ein Regionalbahnhalt auch für die Zeit nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 eine sinnvolle Weiterentwicklung des Schienenverkehrs in der Region Stuttgart darstellen kann."

Weniger Umwege

Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur hatte zusammen mit der Landeshauptstadt Stuttgart das Potenzial eines Regional- und Fernverkehrshalts in Stuttgart-Vaihingen untersuchen lassen. Hintergrund des Gutachtens ist, dass am Ende der Bauarbeiten von Stuttgart 21 von der DB vorgesehen ist, einen temporären provisorischen Regionalverkehrshalt in Stuttgart-Vaihingen einzurichten. Im sogenannten Filderdialog über die Gestaltung des künftigen Fernbahnhofs am Flughafen Stuttgart war diskutiert worden, ob diese Maßnahme vorgezogen und zu einer dauerhaften Lösung ausgebaut werden kann.

Mit der Einrichtung eines Halts des Regionalverkehrs und ggf. zusätzlich eines Teils der Fernverkehrszüge in Stuttgart-Vaihingen würden für viele ÖPNV-Nutzer Umwegefahrten wegfallen und damit eine Verkürzung der Reisezeiten erreicht. Anstatt erst am Stuttgarter Hauptbahnhof in die Stadtbahn oder den Bus umzusteigen, könnten Fahrgäste bereits in Stuttgart-Vaihingen umsteigen. Für Fahrgäste der Gäubahn mit dem Ziel- oder Startpunkt Stuttgart-Vaihingen entfiele ebenfalls ein Umsteigevorgang und für Fahrgäste aus Herrenberg und Böblingen würde ein schnelles zusätzliches Verkehrsangebot zur S-Bahn entstehen. Fahrgäste aus Richtung Gäubahn zum Flughafen müssten nur noch einmal in Stuttgart-Vaihingen (statt in Böblingen und Rohr) umsteigen.
Was wurde untersucht?

Die verkehrlichen Effekte wurden zunächst in der kurzfristigen Perspektive durch die Gegenüberstellung des Status quo mit zwei Betriebsszenarien für den Regionalverkehr bzw. den Regional- und Fernverkehr in Stuttgart-Vaihingen ermittelt:
- Szenario 1: Betriebskonzept mit Halt des Regionalverkehrs (RE zweistündlich von/nach Freudenstadt bzw. Rottweil, RB als Verstärker) in Stuttgart-Vaihingen.

- Szenario 2: Betriebskonzept mit Halt des Regionalverkehrs (RE, RB, wie in Szenario 1) und zusätzlich des „schnellen Fernverkehrs" (IC zweistündlich) in Stuttgart-Vaihingen.

Als Vergleichsfall diente das von 2015 bzw. von 2017 an geltende Interimskonzept für die Gäubahn, welches neben dem RE (Freudenstadt/Rottweil) einen „schnellen" und einen „langsamen IC" auf der Gäubahn zwischen Stuttgart – Singen und Zürich vorsieht. Ein Halt des Fernverkehrs in Böblingen wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wieder eingeführt. Weitere Informationen zum neuen Verkehrskonzept auf der Gäubahn.


Hintergrund und Methodik

Der Bahnhof Stuttgart-Vaihingen ist heute bereits ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region Stuttgart und wird von drei S-Bahn-Linien sowie verschiedenen Stadtbahn- und Buslinien bedient. Ein Halt für die Züge des Regional- und Fernverkehrs auf der Gäubahn ist weder zur Zeit noch nach dem zwischen Land und DB vereinbarten Interimskonzept vorgesehen und mangels Bahnsteigen auch nicht möglich. Nach der Neuordnung des Bahnknotens im Rahmen von Stuttgart 21 werden die Regional- und Fernverkehrszüge der Gäubahn über die Station Terminal am Flughafen und den Fildertunnel zum neuen Hauptbahnhof geführt. Der Verband Region Stuttgart (VRS) hat den Erhalt der Gäubahn "Panoramastrecke" zwischen Stuttgart-Vaihingen und Nordbahnhof im Regionalplan festgeschrieben. Konzepte zur Nutzung dieses Streckenabschnitts werden zurzeit im Auftrag des VRS untersucht. In diesem Rahmen sind auch Folgenutzungen für den Regionalhalt Stuttgart-Vaihingen zu betrachten.



S-Bahn Angebot soll weiter Ausgebaut werden



Das Land strebt nach den Worten von Verkehrsminister Winfried Hermann auch in den kommenden Jahren einen weiteren Ausbau des S-Bahn-Angebots auf der Rheintalbahn an. Ziel sei bis 2030 ein durchgehender 30-Minuten-Takt, erklärte Minister Hermann am Mittwoch in Stuttgart. Nach den landeseinheitlichen Maßstäben von Fahrgastpotenzial und Angebotsdichte ist nach dem Zielkonzept 2025 auf der Rheintalbahn zwischen Müllheim und Basel folgendes Angebot vorgesehen:

So wurde das Angebot in einem mehrmonatigen Prozess im Jahr 2012 zwischen Land, Landkreis und Regionalverband als optimales Konzept für die verschiedenen Verkehrsbedürfnisse abgestimmt.

Nach den Worten von Minister Hermann ist das Land aber bereit, für den Zeithorizont 2030 im Zuge eines Regio-S-Bahn-Konzepts einen durchgehenden Halbstundentakt einer S-Bahn-Linie von Basel bis Müllheim zu planen. „Wir müssen hier zukunftsorientiert und ambitioniert denken, wenn wir den Schienenverkehr deutlich steigern wollen. Die Bundesländer haben hierzu einen steigenden Bedarf nachgewiesen. Alle Länder haben sich zudem auf einen neuen Verteilungsschlüssel geeinigt, der den Mehrbedarf von Baden-Württemberg anerkennt und eine deutliche Steigerung des Mittelanteils für den Südwesten vorsieht. Dies würde uns die Spielräume für die nötigen Verbesserungen geben." Die Länder warten nun darauf, dass der Bund den Bedarf anerkennt. Minister Hermann kündigte an: „Wir werden zusätzliche Regionalisierungsmittel in bessere SPNV-Angebote investieren."

In den kommenden Jahren ist jedoch ein durchgehender Habstundentakt für das Land alleine nicht finanzierbar. „Wir müssen hier einheitliche Kriterien anlegen und können nicht einzelne Regionen und Strecken bevorzugen", unterstrich der Verkehrsminister. Eine Ausweitung über die definierten Standards hinaus sei nur mit finanzieller Beteiligung aus der Region möglich. Entscheidend für die Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) insgesamt sei auch die Novellierung des Gesetzes über die Regionalisierungsmittel auf Bundesebene.


                                                                        Aktuallisiert 05.10.17



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